Stendal. Ab dem 26. Oktober, so hatte es der zweite Beigeordnete des Landrats, Carsten Wullfänger, am Montag auf Nachfrage der Volksstimme in Aussicht gestellt, könnten im Landkreis Stendal die Schutzimpfungen gegen die Schweinegrippe anlaufen.

Kreisamtsärztin Dr. Iris Schubert bestätigte gestern, dass die Impfdosen in der kommenden Woche ausgeliefert werden. Allerdings habe die Ständige Impfkommission empfohlen, zuerst die sogenannten Risikogruppen zu impfen. Im Landkreis Stendal werden die ersten, die sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen können, medizinisches Personal, Polizei- und Feuerwehrangehörige sein.

" Im Anschluss daran wird der Impfstoff dann so verteilt, dass alle impfenden Ärzte im Landkreis ihn bis zum 30. Oktober haben. Das heißt, die Bürger können ab November zum Arzt gehen und sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen ", konkretisiert Dr. Schubert.

Zweimal die halbe Dosis für Kinder

Einen Anlass, ab dem 2. November die Praxen der Hausärzte zu stürmen – in der Regel werden sie es sein, die diese Schutzimpfung durchführen – bestehe jedoch nicht. Der Impfstoff werde wöchentlich nachgeliefert und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Impfen lassen kann sich jeder, der das möchte, sagt die Amtsärztin. Sie empfiehlt eine solche Schutzimpfung vor allem chronisch Erkrankten. Der Grund : Sollten sie sich mit der Schweinegrippe infi zieren, könnte diese durch die Vorerkrankung schwerer verlaufen, als bei gesunden Menschen. Wichtig für jeden, der sich auf diese Weise gegen die Schweinegrippe schützen möchte : Er sollte zum Zeitpunkt der Impfung nicht erkältet sein.

Kindern bis zu neun Jahren wird je eine halbe Impfdosis im Abstand von drei Wochen injiziert. Sie müssten also zweimal zum Impfarzt, ebenso Frauen und Männer über 60 Jahre, denen in dreiwöchigem Abstand je eine volle Impfdosis in den Arm gespritzt wird. Alle anderen Altersgruppen werden vorerst nur einmal gegen die Schweinegrippe geimpft. Ob für sie eine zweite Impfung nötig wird, werde von derzeit noch laufenden Untersuchungen

abhängen, mit deren Ergebnissen und eventuell daraus resultierenden, weitergehenden Empfehlungen die Kreisamtsärztin Mitte November rechnet.

Auf die Frage, ob auch Schwangere sich impfen lassen sollten, antwortet Dr. Schubert : " Ich empfehle – und da stimme ich mit den anderen Amtsärzten im Land überein – dass sich Schwangere über diese Impfung ausführlich mit ihrem Frauenarzt besprechen. Hier sollte über eine Impfung von Fall zu Fall und ganz individuell entschieden werden. "

Die Schweinegrippe-Schutzimpfung wird zusätzlich zu der Impfung gegen die saisonale Influenza ( Grippe ) angeboten. Sie kann theoretisch zeitgleich mit dieser Impfung durchgeführt werden.

Der praktische Tipp der Kreisamtsärztin : " Zwischen der herkömmlichen Grippeschutzimpfung, die ich natürlich nach wie vor für sehr wichtig und richtig halte, und der Impfung gegen die Schweinegrippe sollten mindestens zwei, besser noch drei Wochen liegen. " Auch das kann Iris Schubert begründen : " Ich halte das für ratsam, um eventuelle Impfreaktionen eindeutig zuordnen zu können. "

Mehr als 90 Ärzte werden impfen

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Schweingrippe-Schutzimpfung – obwohl zusätzlich – kostenlos ist. Dr. Iris Schubert erklärt : " Wer nur zum Arzt geht, um sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen, braucht auch beim ersten Besuch im Quartal in der Arztpraxis die Praxisgebühr nicht zu bezahlen. Sollte der Hausarzt nicht impfen, kann man auch zu jedem anderen Impfarzt gehen, ohne dort eine zusätzliche Praxisgebühr bezahlen zu müssen. "

Eine Liste der Ärzte, die im Landkreis gegen die Schweingrippe impfen, wird nach dem 26. Oktober veröffentlicht. Nach dem derzeitigen Stand werden mehr als 90 Mediziner die Schweinegrippe-Schutzimpfung anbieten.