Erhebliche Gelder des sogenannten Konjunkturpakets fließen in den Ausbau von Bildungseinrichtungen. Doch auch die Katastrophenschützer profitieren von dem großen Kuchen der zusätzlichen Gelder. Über die Ausgaben dafür hat Carsten Wulfänger, Zweiter Beigeordneter des Landrats, Auskunft gegeben.

Stendal. Wie steht es um die Technik der Katastrophenschützer im Landkreis ? Immer besser, wenn man auf die Investitionsplanungen im Landratsamt schaut. Denn derzeit werden zwei Neuanschaffungen vorbereitet, die aus dem Konjunkturpaket II fi nanziert werden sollen.

Carsten Wulfänger, Zweiter Beigeordneter des Landrats : " Wir bereiten zwei Ausschreibungen für moderne Technik vor. " Zum einen handelt es sich dabei um einen " HLF 20 / 16 ". Aus dem Amtsdeutsch übersetzt bedeutet das : ein " Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ". Zwar kann dieses Fahrzeug ebenso wie andere Feuerwehrfahrzeuge bei Löscheinsätzen eingesetzt werden – unter anderem hat es Platz für 1600 Liter Wasser.

Doch seine Stärken liegen woanders : Insbesondere für Einsätze bei Unfällen ist ein HLF 20 / 16 nämlich besonders gut ausgestattet. Zur Ausrüstung gehören beispielsweise ein Greifzug, ein Trennschleifer, ein hydraulischer Rettungssatz, ein pneumatischer Hebesatz und ein Glasschneider. Carsten Wulfänger : " Das Fahrzeug wird etwa 290 000 Euro kosten. " Die Leistungsbeschreibung ist fertig – jetzt kann der Auftrag ausgeschrieben werden.

50 Verletzte können

behandelt werden

Rund 300 000 Euro sollen in ein zweites Fahrzeug fl ießen. Wulfänger : " Dabei handelt es sich um einen Wechsellader mit Abrollcontainer. " Im Klartext ist das ein mobiles Lazarett : In dem Container befi nden sich Bahren ebenso wie Material fürs Zelt, medizinische Geräte wie Defi brillator ; Notarztkoffer in unterschiedlichen Ausstattungen und Sauerstoffflaschen sind ebenso an Bord wie Gerätschaften für Bergung und Transport von Verletzten. " Insgesamt soll mit dieser Neuanschaffung ein Lazarett für 50 Plätze aufgebaut werden können, wenn es beispielsweise zu einem schweren Unfall mit vielen Verletzten kommt. "

Die Vorbereitungen seitens des Landkreises sind im Falle des mobilen Lazaretts ebenso weit wie beim HLF 20 / 16. Allerdings soll hier die Ausstattung noch genau mit den Notärzten und mit den benachbarten Landkreisen abgestimmt werden, so Wulfänger. Mit den benachbarten Landkreisen deshalb, weil auch diese zurzeit ähnliche Neuanschaffungen planen. Jedem Landkreis sei nämlich die Anschaffung ähnlicher Gerätschaften genehmigt worden – eine technische Abstimmung ist nicht zuletzt für die gegenseitige Unterstützung bei Katastrophenfällen sinnvoll.

Wann allerdings die schöne neue Technik vorfahren wird, das kann Carsten Wulfänger noch nicht sagen. Denn da etliche Kommunen derzeit ihre Bestellungen für die Fahrzeuge vorbereiten, dürften die Hersteller gar nicht hinterherkommen, die Aufträge abzuarbeiten. Eine Situation, von der andere Fahrzeughersteller in den kommenden Monaten träumen werden.

Den Opfern schnell

vor Ort helfen können

Wie wichtig die Rettungstechnik ist, bestätigt der Blick auf die ICE-Trasse. Denn an vielen Stellen ist die vor allem eines : ein dünnes Stahlband inmitten von viel Natur und Landschaft. Wenn hier der Schnellzug entlangrast, dann halten Hase und Reh den Atem an. Und dem Katastrophenschützer mag der Atem stocken, denn für Rettungs- und Hilfskräfte sind viele Stellen nur schwer zugänglich. Wenn sich dort tatsächlich einmal ein schweres Zugunglück ereignen sollte, wird die modernste Technik notwendig sein, um den Opfern schnell und wirksam gleich vor Ort helfen zu können.