Bei ihrem Besuch in Stendal kam die Generalkonsulin der Vereinigten Staaten von Amerika für die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, Katherine Brucker, auf den Geschmack. Die Altmark bleibt wohl in ihrem Gedächtnis.

Stendal. Sie unterschreibt nicht einfach nur so. Katherine Brucker malt ihre Namenszüge beinahe in Schönschrift in das Goldene Buch der Stadt Stendal. Und dabei bleibt sie nicht. Sie hinterlässt einen persönlichen Gruß an die Einwohner : " Eine schöne Stadt. Ich würde gern zurückkehren. "

Man glaubt ihr jedes Wort sofort ; keine Plattitüde. Beinahe ein Ehrenwort, das sie später im Volksstimme-Gespräch so bekräftigt : " Ich komme auch mit dem Fahrrad zurück und fahre auf dem Elberadweg von Magdeburg nach Hamburg. " Natürlich über Stendal und zuvor Tangermünde, wo sie gestern vormittag ihre Stippvisite begann, mit Bürgermeister Rudolf Opitz über die gefeierte 1000-jährige Burg als Anziehungspunkt der Region sprach.

Auch Stendal will das sein ; ein Magnet im nördlichen Sachsen-Anhalt. Zumindest vermittelt das Oberbürgermeister Klaus Schmotz bei seinem Empfang im Rathaus der Stadt. Er wird zum Stadtbilder-Führer, zeigt Bilder vom Kriegsende, weil hier im Rathaussaal die Kapitulation der deutschen Truppen gegenüber den Amerikanern unterzeichnet wurde, er zeigt Bilder aus den Tagen der DDR in Stendal, er zeigt Bilder mit gegenwärtigen, prägenden Ansichten.

Man redet über Partnerschaften für einen stärkeren kulturellen wie wirtschaftlichen Austausch und darüber, dass US-Präsident Barak Obama zum Türöffner für beinahe alle Begehrlichkeiten über den großen Teich und zurück geworden ist. Man interssiert sich füreinander – und das stärker als zu Zeiten der Bush-Administration. " Die Biographie von Obama ist immer ausgeliehen ", berichtet Brigitte Schnellhardt von der Stadtbibliothek, wo sie die Gäste durch die Buchreihen führt ; vorbei an den Biographien beider Clintons, am Lebenslauf von Malcom X greift Katherine Brucker spontan zum Buch des Fernseh-Komödianten Mario Barth " Deutsch–Frau, Frau–Deutsch ". Die US-Frau verharrt und sagt lachend : " Das sieht interessant aus. "

Damit dann das Interesse auch weiter anhält, haben die Gäste gut 35 Bücher aus den USA mitgebracht wie das " World Almanach " oder das Buch " Defining a Nation " – natürlich alles auf Englisch. " Wir freuen uns sehr, dass wir diese Bücher bekommen ", sagt die Bibliothekarin. Kindergärten oder auch Grundschulklassen würden heute schon viel in englischer Sprache ausleihen wollen. Katherine Brucker hört das mit Interesse und gern. Man brauche, betont sie, diese gegenseitige Neugier.

Für Stendal sieht sie durchaus Chancen für wirtschaftliche Kontakte oder für den Ausbau kultureller Beziehungen. " Eine Städtepartnerschaft ", schlägt sie vor, " kann vieles leichter machen, auch für Investoren aus den USA, die dann schneller mit den Leuten hier reden könnten ". Natürlich müsse dafür schon eine vergleichbar große Kommune, wie sie Standal ist, her. Spontan gefragt, fällt ihr Webster Grove ein ; ein Vorort von St. Louis im US-Bundesstaat Missouri und mittlerweile eine Kleinstadt von der Größe Stendals – 35 000 Einwohner. Nur so eine Idee ; Katherine Brucker ist dort aufgewachsen.