Die Spielzeit ist eröffnet, der Premierenreigen auch. Bevor das Theaterpublikum am Sonnabend sich vor die Bühnen begab, wurde es Zeuge einer außergewöhnlichen Bruchlandung auf dem Theatervorplatz.

Stendal. Zosch, wumm, päng, krach – das wäre vielleicht die passende lautmalerische Gestaltung in Comic-Manier, um den Aufschlag des neuesten Stendaler Helden zu beschreiben. Aber die wenig heldenhafte Landung von Superman auf dem Theatervorplatz wurde begleitet von der hymnengleichen Filmmelodie und ironisierte damit gleich wieder die ohnehin ironisch gemeinte Skulptur, die die neue Spielzeit " Tatmenschen " am Theater der Altmark symbolisieren soll.

" Auch Helden haben schlechte Tage " ist auf dem erklärenden Schild am Sockel von Superman zu lesen, der kopfüber aufgeschlagen ist. Ermutigung und Ansporn für die fast durchweg neuen Schauspieler am TdA, die laut Intendant Dirk Löschner " Täglich die Ausnahme " liefern sollen ? Vielleicht, aber andererseits auch einfach eine Erinnerung ans Publikum : " Es kann nicht schlecht sein zu zeigen, dass Theater auch ein junges Auftreten haben kann ", sagte Löschner, nachdem das verhüllende Tuch um kurz nach halb sieben Uhr abends gefallen war, und freute sich ob der positiven Reaktionen.

" Größenwahn, der sich auflöst " steht nach Aussage von Supermans Schöpfer Marcus Wittmers aus Berlin hinter der Idee zu dieser mehr als vier Meter großen Skulptur. Und diese Idee ist es auch, die den dreiPremierenstücken " Faust ", " Covergirl " und " Elchtest " innewohnt. Dem unsanft gelandeten Superman dürfte der Größenwahn ohnehin längst abhanden gekommen sein, denn den Aufschlag wie jetzt in Stendal hat er auch schon in Prag, Berlin und Kopenhagen erleiden müssen.

Wie weit der gescheiterte Superman aus Polyester und Stahl womöglich aber doch zum Helden taugt, wird sich zeigen : Vielleicht nehmen ihn die Stadtführer ja in ihre Routen auf – als modernen Kontrast zum stoisch-heroischen Roland.