Wie ist der Stand der Planungen für den Bau der A-14-Nordverlängerung ? Um Antwort darauf zu bekommen, hatte das Bürgerbündnis Altmark Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre und seinen Referatsleiter für Verkehrsplanung, Jörg Przesang, am Montag nach Stendal eingeladen.

Stendal. " Sowie wir an einer Stelle ( der A-14-Nordverlängerung, d. Red. ) Baurecht haben, werden wir anfangen zu bauen. " Das war die optimistische Kernbotschaft, die Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre mit nach Stendal gebracht hatte. Eingeladen worden waren er und sein Referatsleiter für Verkehrsplanung, Jörg Przesang, vom Bürgerbündnis Altmark. Die neuesten Informationen zum Stand der A-14-Planungen wollten die Bündnismitglieder und ihre Gäste aus Politik und Wirtschaft im Saal des " Schwarzen Adlers " aus erster Hand bekommen.

Das Bürgerbündnis gründete sich im November vergangenen Jahres, " um sich immer dann einzumischen, wenn es um die Belange der Altmark geht ". So formulierte es AndreasBosse, einer der Erstunterzeichner des Bündnisses, in seiner kurzen Begrüßung. Das erste Thema der altmärkischen Bündnisaktivisten ist die A 14, genauer gesagt der Autobahn-L ückenschluss zwischen Magdeburg und Schwerin, der mitten durch die Altmark führen soll.

" Wir brauchen die Autobahn in einer Region, die nicht nur vom Tourismus leben kann ", sagte Bosse auch als Geschäftsführer der Stendaler Landbäckerei. An jedem Morgen rollen in seinem Unternhemen 20 Lkw vom Hof und beliefern Kunden in allen Himmelsrichtungen. Käme die Autobahn nicht, müsste der Stadort Stendal für die Landbäckerei mittelfristig auf den Prüfstand. " Das sehen alle Landbäcker so ", sagte deren Geschäftsführer. Viele von ihnen hätten das mit ihrer Unterschrift für den Bau der A–14-Nordverlängerung bereits zum Ausdruck gebracht. Und das ist augenscheinlich nur ein kleiner Teil der A-14-Befürworter. Bis zum Montag hatten genau 28 311 Altmärker mit ihrer Unterschrift die Forderung des Bürgerbündnisses nach einem zügigen Bau der A 14 unterstützt. Die beiden Stapel Listen mit diesen Unterschriften überreichten Bosse und Bündnis-Mitinitiator Holger Gebhardt sowie Sigrun Walsdorff von der ebenfalls sehr engagierten Osterburger Basta-14-Initiative dem Verkehrsminister.

Daehre wusste das zu würdigen : " Eine tolle Sache. Aber bis es so weit ist, werden wir noch viel Schweiß vergießen müssen. "

Auf ein konkretes Jahr, in dem es so weit sein könnte, dass die Altmärker erstmals die nordverlängerte A 14 unter die Räder nehmen, ließen sich weder der Minister noch sein Referatsleiter trotz einer solchen Nachfrage aus dem Saal festnageln.

Für den ersten Autobahn-Abschnitt – dem zwischen Colbitz und Wolmirstedt – sei die Anhörung der Träger öffentlicher Belange gelaufen, und das sehr sachlich, so Daehre. Er wünsche sich eine solche Sachlichkeit auch in den Gesprächen mit denen, die die Autobahn heute noch ablehnen. Er zumindest sei zu solchen Gesprächen bereit. Den Skeptikern und Bedenkenträgern in Sachen A 14, von denen an diesem Abend augenscheinlich niemand im Saal war, versprach Daehre " vernünftige Lösungen. "

" Wenn alles gut geht, dann dauert es nur noch Wochen, bis wir den ersten Planfeststellungsbeschluss vorlegen können ", stellte der Minister in Aussicht. Ziel sei, und das bestätigte Referatsleiter Jörg Przesang in seinen Ausführungen zum Stand der Planungen, auf diesem ersten von neun durch Sachsen-Anhalt führenden Autobahnabschnitten im nächsten Jahr mit dem Bau zu beginnen. Ob diese Rechnung aufgeht, werde auch davon abhängen, ob es Leute geben wird, die nach Vorlage desPlanfeststellungsbeschlusses gegen den Autobahnbau klagen. Aber auch darauf sei man vorbereitet, zum Beispiel mit " naturschutzrechtlichen Prüfungen ", die Bestandteil der Planungen seien. Im Klagefall würde allerdings das Bundesverwaltungsgericht entscheiden müssen, ob und wann die A-14-Nordverlängerung kommt.

Ungeachtet dessen liege man mit den Planungen zu den 97 Autobahnkilometern durch Sachsen-Anhalt, zu denen elf Anschlussstellen, vier Parkplätze sowie eine Tank- und Rastanlage Colbitz-Letzlinger Heide gehören, im Zeitplan. Am weitesten fortgeschritten wie gesagt für den knapp acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Wolmirstedt und Colbitz.

" Wenn wir erst auf einem Abschnitt den Startschuss für den Bau geben können, dann geht es zügig weiter ", versprach der Verkehrsminister.