Stendal ( ro ). Ein eher kritisches Leserecho erreichte die Volksstimme auf die Pläne zur Umgestaltung der Stadtbuslinien in Stendal. " Andere Städte nehmen den Verkehr aus der Innenstadt heraus, Stendal holt ihn hinein ", meint Klaus Arendt zu dem Vorhaben, am Winckelmannplatz einen zentralen Umsteigepunkt einzurichten. Besonders eng würde es dann in der Bruchstraße werden, die rechts und links zugeparkt ist, ebenso in der Breiten Straße Richtung Altes Dorf. " Können die Leute die paar Schritte ins Zentrum nicht laufen ?", fragt der Leser.

Auch Dieter Heinemann lehnt das Konzept in seinen Grundzügen ab. Seiner Meinung nach sei es " Wahnsinn, am Winckelmannplatz die Buslinien kreuzen zu lassen, zumal dort die baulichen Voraussetzungen noch gar nicht bestehen ". Das sei allerdings typisch für Stendal : " Wir bauen erst das Dach und dann das Fundament. " Er habe es zu Fuß ausprobiert : Das Rathaus sei von allen jetzigen Bushaltestellen in Innenstadtnähe innerhalb von fünf Minuten zu erreichen. Sein Fazit : " Wir brauchen nicht noch mehr Verkehr in der Altstadt, es sei denn, wir wollen ein Drive-In. " Schon jetzt sei der Nordabschnitt der Breiten Straße bei Warenanlieferungen kaum passierbar.

Ruth Kiebach ist erstaunt, dass das Wohngebiet Nord aus der Busplanung ausgeklammert ist. In der Tat : Fahren jetzt die Linien A und B durch die Bergsowie durch die Weinberg- und Preußenstraße, so wird Nord nach dem bisher favorisierten Konzept nur peripher an Arneburger Straße, Nordwall und Mannsstraße vom Busverkehr berührt. Ruth Kiebach : " In Nord wohnen weitgehend ältere Leute, weite Wege sind da nicht angebracht. "