Auf der ständigen Baustelle Johanniter-Krankenhaus sind in den vergangenen zweieinhalb Jahren 20 Millionen Euro investiert worden. Das Ergebnis, das neue Notfallzentrum, wurde gestern eingeweiht. Der nächste Neuzugang steht im Januar bei den Johannitern an : ein neuer Geschäftsführer.

Stendal. Die Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal gGmbH bekommt am 1. Januar nächsten Jahres einen neuen Geschäftsführer. Das kündigte Kurator Curt von Goßler gestern bei der Einweihung des neuen Notfallzentrums den überraschten Mitarbeitern und zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft an. Wer das sein wird, werde am Montag der Öffentlichkeit mitgeteilt, so von Goßler auf Volksstimme-Nachfrage. Seit dem plötzlichen Tod von Roman Wermers wird das Krankenhaus übergangsweise von Brigitte Scharmach geleitet, die auch die Klinik der Johanniter in Treuenbrietzen führt.

Eine bisher nicht so deutlich formulierte frohe Botschaft überbrachte gestern auch Sachsen-Anhalts Gesundheits- und Sozialministerin Gerlinde Kuppe ( SPD ) den Betreibern des Klinikums : Die Bautätigkeit in Stendal geht weiter. " Wir sind jetzt mitten im dritten Bauabschnitt ", sagte die Ministerin. Dem gestern fertiggestellten Teil A würden noch die geplanten Bauteile B und C folgen. Damit könnten in einigen Jahren alle Außenstellen am Standort Wendstraße konzentriert werden. Einer der künftigen Neubauten soll zum Beispiel die Frauen- und Kinderklinik aufnehmen, zurzeit noch in der Bahnhofstraße.

Seit 1994 hat das Land 117 Millionen Euro ins Johanniter-Krankenhaus investiert – laut Kuppe die höchste Einzelförderung für einen Krankenhausstandort in Sachsen-Anhalt. Die Ministerin sparte nicht mit Lob. Das Haus habe sich diese Wertschätzung der Landesregierung redlich erarbeitet. Dabei erinnerte sie an die stillfreundliche Frauenklinik, den Titel Akademisches Lehrkrankenhaus und die eigene Nachwuchsausbildung. Auch die Zusammenarbeit mit dem Färberhof in Sachen Betriebskindergarten halte sie für beispielhaft.

20 Millionen Euro sind in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren in den jüngsten Anbau gefl ossen. " Endlich können wir Unfallpatienten angemessen betreuen. Das war bisher unsere große Sorge ", umriss Kurator Curt von Goßler die wichtigste Funktion des fünfstöckigen Neubaus. Neben Bettenstationen für die Traumatologie, die Geriatrie und die Rheumatologie enthält er ein ambulantes Operations- und ein Notfallzentrum mit sechs Patientenplätzen.

Architektonischer Höhepunkt des neuesten Johanniter-Baus ist der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach. Wie Architekt Manfred Henke gestern sagte, werde er Anfang Oktober " termingerecht " in Betrieb genommen. Es müssten noch organisatorische Dinge für die Absicherung des Flugbetriebes geklärt werden. Von der Landeplattform aus können die Notfallpatienten per Aufzug in alle Geschosse transportiert werden.

Wer den Zustand des Krankenhauses im Jahr 1990 kenne, " der darf es heute ruhig phantastisch nennen ", sagte der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Ulrich Nellessen. Er sei fest davon überzeugt, dass es den Anforderungen der Zukunft gerecht werde. Doch Nellessen ließ auch die großen Probleme des heutigen Krankenhausbetriebes anklingen. Der Neubau sei nur eine Hülle, die die Mitarbeiter jetzt ausfüllen müssten. " Und das ist nicht immer so einfach. "