Der Verein " Arche Stendal " ist noch immer auf der Suche nach einem geeigneten Domizil. Da sich das Finden schwieriger gestaltet als gedacht, wollen die Initiatoren nun auf jeden Fall als mobile Betreuung starten.

Stendal. Noch vor dem Winter soll es losgehen. Dieses Ziel ist für Mario Tiesies klar. Er ist Projektleiter der Arche Stendal, eines christlichen Kindernd Jugendprojekts, das bedürftigen und benachteiligten Kindern mit Essensversorgung und Betreuung helfen will und im Mai 2008 ins Leben gerufen wurde. Dass die Arche seither nur ideell existiert, sei nicht mangelndem Willen geschuldet, sondern vor allem dem Fehlen einer festen Unterunft.

Mehrere Anläufe hat es bereits gegeben, leer stehende Gebäude zu übernehmen oder zumindest teilweise zu nutzen. Aber weder mit der inzwischen abgerissenen Sekundarschule am Stadtsee noch mit einer Teilnutzung des alten Winckelmann-Gymnasiums an der Stadtseeallee noch mit der ehemaligen Kita an der Rosa-Luxemburg-Straße ist es etwas geworden. Dass all diese Hausträume geplatzt sind, lag meist an zu hohen Kosten. So ging viel Zeit ins Land seit der Gründung vor eineinhalb Jahren.

" Das letzte halbe Jahr haben wir verloren, weil ein Insolvenzverwalter unser Angebot zum Kauf der ehemaligen Kita an der Rosa-Luxemburg-Straße zugunsten eines anderen Bieters doch zurückgewiesen hat ", sagt Mario Tiesies auf Nachfrage der Volksstimme.

Jetzt drängt sich bei den Arche-Verantwortlichen wieder der mobile Gedanke in den Vordergrund. Das heißt, zunächst einmal wird es um eine kostenlose Mittagsversorgung für Kinder gehen. Per Kleinbus oder Transporter soll das Essen an zwei oder drei Anlaufpunkten in Stadtsee ausgegeben werden. So ist der Plan. Nur : Diesmal fehlt es an einem geeigneten Fahrzeug. " Wir haben bereits eine Anfrage beim Landkreis gestellt und sind in Kontakt mit einem Reiseunternehmer ", sagt Tiesies. " Wir würden uns aber auch freuen, falls jemand einen Transporter oder einen ausgedienten Kleinbus zur Verfügung stellen würde. Ideal wäre natürlich ein Fahrzeug, in dem notfalls auch mal ein paar Kinder sitzen können. "

Egal wie komfortabel das Gefährt ausfällt, nur losgehen soll es endlich. " Wir wollen starten, bevor der Winter anfängt, denn der Bedarf ist da. Es kommen viele Kinder zu uns in die Gottesdienste der Vineyard-Gemeinde, die Hunger haben. Denen brauchen wir nicht aus der Bibel vorzulesen, wenn eines ihrer Grundbedürfnisse nicht gestillt ist. "

Aus der mobilen Essensversorgung soll langfristig mindestens eine Containerunterkunft werden. " Die Stadt ist bemüht, uns eine Fläche zur Verfügung zu stellen ", sagt Tiesies, der mit einem Standort gegenüber Arbeitsamt und Altmarkforum liebäugelt. " Nächste Woche werde ich mir in Berlin solche Container ansehen, um dann der Stadt konkret sagen zu können, welche Voraussetzungen wir brauchen und wie das aussehen würde. " Die Arche in München, die ebenfalls ein reiner Containerkomplex sei, führt Tiesies als Beispiel an.

Wenngleich die Arche auch noch kein Domizil hat, an Tatkräftigen mangele es nicht. " Wir haben einen Pool an Freiwilligen, die in den Startlöchern stehen. Und auch Ein-Euro-Jobber könnten zum Einsatz kommen ", sagt Tiesies.

Wer die Arche, die sich aus Spenden und Sponsorengeld fi - nanzieren will, mit einem Fahrzeug unterstützen möchte, kann Projektleiter Mario Tiesies unter Telefon ( 01 71 ) 165 12 16 kontaktieren.

www. arche-stendal. de