Stendal. Gestern beendete die US-Generalkonsulin für die mitteldeutschen Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, Katherine Brucker, ihren zweitägigen Besuch in der Altmark mit Abstechern nach Gardelegen und Salzwedel. Über das Resümee ihrer Tour durch das nördliche Sachsen-Anhalt sprach unser Redakteur FRANK ECKERT mit ihr.

Volksstimme : Frau Brucker, welchen bleibenden Eindruck nehmen Sie von hier aus der Altmark mit ?

Katherine Brucker : Ich habe gemerkt, dass die Leute hier sehr stolz sind. Stolz vor allem auf das, was sie an Aufbauleistung erbracht haben und in Bezug auch auf ihre Landschaft und ihre Verbundenheit hier mit der Altmark. Das ist schon anders als bei uns Amerikanern, die doch vor allem stolz auf die Nation sind.

Volksstimme : Sie haben bei Ihren Gesprächen mit lokalen Politikern vernehmen können, dass man sehr an US-amerikanischen Firmen interessiert ist. Was können Sie tun, damit sie sich hier ansiedeln ?

Brucker : Wir können durchaus die Kontakte vermitteln, gegenüber den Behörden helfen und Anregungen geben, wie man es dann umsetzen sollte. Allerdings ist wichtig, dass sich hier in Deutschland auch die Kommunen als Region verstehen, sich zusammenschließen und sich so interessant für Investoren darstellen. Eine Kommune allein wäre sicher zu klein für mögliche Interessenten auf amerikanischer Seite.

Volksstimme : Dennoch muss jede Kommune ihren Weg durch die Krise allein finden. Gibt es da etwas, was deutsche Städte und Gemeinden von amerikanischen lernen können und umgekehrt ?

Brucker : Sicher muss das jeder für sich selbst entscheiden und seine Probleme selbst lösen. In Amerika ist unter den Menschen die Spendenbereitschaft für jede Art von Unterstützung in allen Bereichen nach wie vor groß und hat ja auch eine große Tradition. Gerade jetzt in der Krise merkt man das stärker. Man hilft sich, hält die Hilfsbereitschaft untereinander hoch. Vielleicht ist das ein Ansatz auch für hier.

Volksstimme : Mit der Stendaler Zellstofffabrik in Arneburg gibt es einen der größeren US-Investoren hier. Kann dieser eine Brückenfunktion übernehmen, hilft ihnen das ?

Brucker : Sicher. Diese Zellstofffabrik kann ein wichtiger Ansprechpartner für mögliche Investoren sein, die dann mit den Leuten von hier über eventuelle Probleme, aber auch die Chancen reden können. Und vielleicht können sie ja auf einem Raum wie hier im Industriegebiet von Arneburg voneinander profitieren. Auch kann so schnell geklärt werden, warum ist dieser Standort besser als Alternativen anderswo. Helfen kann natürlich auch die amerikanische Handelskammer.

Volksstimme : Werden Sie wieder hierherkommen ? ´

Brucker : Warum nicht ? Und vielleicht ja dann mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg.