Mehr als 1400 Besucher kamen am Sonnabend zum Hofgutfest Uchtspringe. Das traditionelle Fest der Lebenshilfe für behinderte Menschen war in diesem Jahr zugleich ein Jubiläum. Das Hofgut Uchtspringe besteht seit zehn Jahren.

Uchtspringe. 1400 Anstecker wurden an die Besucher des Hofgutfestes am Sonnabend verteilt. Als die Plaketten alle waren, strömten noch immer Gäste herbei. " Wir haben aufgehört zu zählen ", so Anke Koch, Assistentin der Geschäftsführung. Bereits eine Stunde vor Eröffnung des Festes waren die ersten Gäste auf em Hof. Gut besucht war demntsprechend der beliebte Erntedankgottesdienst, durch den Gemeindepädagoge Andreas Hoenke führte.

Mit Gratulationen und den besten Wünschen zum zehnjährigen Bestehen kam der Chor der Lebenshilfe unter der Leitung von Sozialarbeiterin Grit Sichmund-Grobler auf die Bühne. Das Motto der Show lautete " AmViehTheater ". Die Darsteller berichteten von den vielen Viechereien auf dem Hof und von dem Theater, das um das liebe Vieh gemacht wird, beziehungsweise welches das Vieh zur Fütterung selbst macht.

Passend zum Jubiläum führte das gut eineinhalb Stunden dauernde Programm durch die Hofgutfest-H öhepunkte des vergangenen Jahrzehnts. Den roten Faden durch das Programm hielten die Vogelscheuchen " Flatter " und " Struppi " in Händen. Als Moderatoren blickten sie so manches Mal zurück und brachten am Bühnenbild stets die zum Programmpunkt entsprechende Jahreszahl an.

Kalender-Erlös für

Fest zum 20-J ährigen

" Flatter " erinnerte unter anderem daran, dass 2002 das Hofgutfest wegen Hochwassergefahr zwar nicht ins Wasser fiel, aber verschoben werden musste. Die Hochwasser-Sicherung das Lebenshilfe-Standortes Tangerhütte kostete Geld. 2003 wollte daher die Olsenbande bei der Beschaffung von vielen Scheinchen behilflich sein. Die Ausführung des geplanten Banküberfalls, der auch diesmal wieder schief ging, erlebten die Hofgut-Besucher am Wochenende. Egon, Kjeld und Benny und nicht zuletzte Yvonne erhielten viel Applaus vom Publikum.

Weitere Programmhöhepunkte waren der Sitztanz " Kalinka ", der Rock ‘ n ‘ Roll im Hühnerstall, " Wasser ist zum Waschen da " oder " Mein kleiner grüner Kaktus ". Sogar Eisbär Knut verließ den Berliner Zoo und kam mitsamt weitere Zoobewohner nach Uchtspringe.

Während Mama und Papa, Oma und Opa dem unterhaltsamen Bühnenspiel zusahen oder sich beim Markttreiben umschauten, hatten die jüngsten Gäste auf der Mal- und Spielstraße viel Spaß. Dort waren einige Tiere anzureffen, die nachgezeichnet werden konnten. Preise erhaschten die Kinder beim Kegeln, Holzfi scheangeln, Goldsuchen im Strohhaufen, beim Büchsenwerfen oder beim Ertasten von Naturmaterialien. Tastsinn war auch auf der Straße der Sinne gefragt. Barfuß mit verbunden Augen liefen die Kinder über Kastanien, Kienäpfel, Steine, Gras. Die Jungs übten sich unter anderem beim Nagelschlagen.

Typische Bauernmarktprodukte und natürlich die Erzeugnisse der Lebenshilfe aus dem Werkstattbereich sowie Gemüse aus eigenem Anbau und Wurstprodukte aus eigener Herstellung wurden angeboten. Erstmals lockte in diesem Jahr eine Versteigerung. Unter anderem konnten die Teilnehmer auf ein Spanferkel bieten. Beliebt waren auch die Postkartenkalender : Die dreizehn Motive zeigen Bilder des Malwettbewerbs des diesjährigen Sommerfestes der Lebenshilfe Tangerhütte. Unter dem Motto " Lebensträume " malte jeder, was sein Traum des Lebens ist. Urlaubsziele, Wünsche und vieles mehr sind erfasst. Der Erlös des Kalenderkaufs kommt der Lebenshilfe zugute, er soll das im kommenden Jahr geplante dreitägige Fest in Tangerhütte unterstützen : Gefeiert werden 20 Jahre Lebenshilfe.

Wo Radtouristen

künftig verschnaufen

Das Hofgut besteht seit zehn Jahren. 1999 übernahm die Lebenshilfe den Hof. Mittlerweile hat sich auf dem Hofgut viel getan. Die Mitarbeiter haben sehr viel Arbeit, Zeit und Freude hineingesteckt, damit aus dem Gut das geworden ist, was heute anzutreffen ist. Viel wurde investiert. Beliebt, nicht nur am Tag des Hofgutfestes, ist der Hofladen mit den Erzeugnissen des Gutes. Und Weiteres soll hinzukommen. So sollen in Zukunft Radfahrer angesprochen werden, auf dem Hof zu verweilen, wie Anke Koch berichtet. Weitere Baumaßnahmen sind vorgesehen.

Wie es auf dem Hofgut vorangeht, davon können sich Gäste regelmäßig beim Besuch des Hofladens und natürlich im kommenden Jahr beim elften Hofgutfest überzeugen. Besucher sind aber noch in diesem Jahr willkommen. Traditionell findet im November die vorweihnachtliche Begegnung, verbunden mit einem Tag der offenen Tür, statt.