Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft ( SWG ) will ihren Sanierungsrückstau von rund 12 Millionen Euro nach und nach aufholen. Welche Projekte in diesem Jahr in Angriff genommen wurden, zeigte Geschäftsführer Daniel Jircik am Dienstagabend dem Aufsichtsrat bei einer Baustellenrundfahrt.

Stendal. Keine Stagnation bei der SWG – diesen Eindruck wollte Daniel Jircik mit der kleinen Bustour durch die Viertel der stadteigenen Gesellschaft unbedingt erwecken. Ob in Stadtsee, in Nord oder Am Pulverturm in der Altstadt – er konnte seinem Aufsichtsrat überall zumindest punktuelle Sanierungsfortschritte vorweisen.

Zwei Millionen Euro gibt die SWG in diesem Jahr für laufende Instandhaltungsarbeiten aus. 700 000 Euro fl ossen und fließen in die äußerliche Instandsetzung von Wohnblocks wie Fassadendämmung und -neugestaltung und neue Balkone. " In diesem Tempo soll es in den nächsten Jahren weitergehen ", stellte Jircik in Aussicht. Damit will die SWG den Sanierungsrückstau, den er mit 12 Millionen Euro bezifferte, nach und nach aufholen. Modernisierungen in den Wohnungen werde es nur in Abstimmung mit dem Mieter geben : " Je nachdem, was er will und was er bezahlen kann. "

Eine Investition außer der Reihe war in diesem Jahr das Wohnhaus Am Pulverturm. Hier modernisierte die SWG – erstmalig in der Innenstadt – 31 Wohnungen, erneuerte die Fassade und baute an der Hofseite zusätzliche Balkone an. Daniel Jircik spricht von einem " vollen Erfolg " : Sämtliche Wohnungen seien vermietet. Die ursprünglich mit 1, 1 Millionen Euro kalkulierten Kosten wurden schließlich auf 770 000 Euro gedrückt. Damit hat nun Landschaftsarchitekt Hubertus von Rundstedt zu kämpfen, der den SWG-Aufsichtsrat auf dem noch unfertigen Hof des Hauses empfing. " Das Geld für eine schöne Pergola haben wir leider nicht bekommen ", bedauerte er. Aber die Außenanlage werde trotzdem gestaltet – mit zwölf Stellplätzen, einem Schachbrett aus Klinkern und, vielleicht später, einer gemütlichen Sitzecke.

Eine Art Pilotprojekt realisierte die SWG in Nord. Mit dem Haus Mannsstraße 21-26 erhielt der erste Wohnblock die von den Mietern seit langem gewünschten Balkone, 48 an der Zahl für 180 000 Euro. Künftig soll jedes Jahr ein weiteres Haus auf diese Weise nachgerüstet werden.

Erneuerte Fassaden leuchten in der Stadtseeallee 110-116 und der Friedrich-Ebert-Straße 31-45. Noch in Arbeit ist der lange Block Hans-Schomburgk-Straße 25-43. Fortsetzung folgt 2010.