Seit Jahren geplant und von den Jarchauern noch länger herbeigesehnt, begann gestern der Bau des Radweges zwischen Stendal und dem Ortsteil Jarchau. Im November soll das 1, 6 Kilometer lange Asphaltband fertig werden.

Jarchau. Nördlich der Bahnlinie zum Zellstoffwerk ist gestern parallel zur Landstraße auf den ersten 200 Metern der Oberboden abgetragen worden. Damit hat nach Jahren des Hoffens und Kämpfens der Jarchauer endlich der Bau des Radweges in Richtung Stendal begonnen. Bis zum November soll das 1, 6 Kilometer lange Asphaltband zwischen Jarchau und Chausseehaus Hassel fertig sein. Chausseehaus ist bereits seit Jahren per Radweg an Stendal angebunden.

Mit dem Baustart schlug gestern auch die Stunde der Archäologen. Ein Team des Landesamtes für Archäologie um Grabungsleiter Markus Hunold wird die Bauarbeiten zwei Monate lang begleiten. " Wir graben, präparieren und analysieren mögliche Funde ", sagt Markus Hunold, während seine Mitarbeiterinnen Rita Schenkendorf und Bärbel Hünecke-Ugur Proben von Erdverfärbungen nehmen, die möglicherweise auf Siedlungsspuren oder alte Straßenführungen hindeuten.

Wie gestern berichtet, hat das Land Sachsen-Anhalt 370 000 Euro für den Radwegbau locker gemacht. Bauminister Karl-Heinz Daehre ( CDU ) wertete das Vorhaben als " ein weiteres Teilstück auf dem Weg zu einem geschlossenen Radwegenetz im gesamten Land ". Der neue Radweg kann teilweise auch als Wirtschaftsweg genutzt werden. Deshalb wird er zwei, auf Teilstücken auch drei Meter breit sein.

Als sich Jarchau 2005 von Stendal eingemeinden ließ, stand der " mittelfristig vorrangige " Bau einer Radwegeverbindung als Versprechen im Ehevertrag. Doch die Verhandlungen mit 29 Grundstückseigentümern, denen Flächen abgekauft werden mussten, und vor allem mit dem Eisenbahnbundesamt über die Querung der Zellstoffwerk-Bahnlinie zogen sich in die Länge. Künftig werden die Radler per unbeschranktem Bahnübergang die Gleise kreuzen.