Stendal. Mit 46 zu betreuenden Kindern ist die Tagestätte " Kunterbunt " der Lebenshilfe die kleinste in der Kreisstadt. In einer Beziehung jedoch gehört sie zu den großen im Land : Für diese Jungen und Mädchen ist es völlig normal, mit Gleichaltrigen im Sandkasten zu buddeln, die ein wenig anders sind als sie. Dass mehr als die Hälfte der hier betreuten Kinder mit einem Handicap leben, spielt für ihre nicht behinderten Spielkameraden keine Rolle. Bei " Kunterbunts " wird gelebt, was Politiker immer mal wieder – vor allem in Wahlkampfzeiten – fordern : Integration.

Dass sie zur Normalität werden möge, ist ein Wunsch der Lebenshilfe nicht nur im Landkreis Stendal. Der Landesverband hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Integration Behinderter von Kindesbeinen an zu werben.

Das war ein Aspekt der Reise durch Behinderteneinrichtungen der Lebenshilfe, die deren Landesvorsitzende Birke Bull und weitere Landesvorstandsmitglieder am Montag auch in dieser Stendaler Kindereinrichtung Station machen ließ. Seit 1991 wird die Tagesstätte " Kunterbunt " von der Lebenshilfe betrieben, seit 1998 als integrative. Diese Integration auch in den Grundschulen so normal werden zu lassen wie sie es für die Knirpse im Hause " Kunterbunt " schon ist, wäre einer ihrer Träume, für den sie gern kämpfe, sagt Birke Bull. Derzeit gebe es 22 integrative Grundschulen in Sachsen-Anhalt – viel zu wenige, so die Lebenshilfe-Landesvorsitzende, die überzeugt ist : " Das muss und das wird sich ändern. " Ihre Zuversicht gewinnt Birke Bull auch aus der Tatsache, dass es immer mehr Eltern nicht behinderter Kinder gibt, die sich ganz bewusst für eine Kindereinrichtung integrativer Art entscheiden. Die Erfahrungen dieser Einrichtungen gibt die Lebenshilfe gern weiter. Gemeinsame Weiterbildungen mit Grundschulpädagogen sind eines der Angebote, die in Stendal bereits praktiziert werden.