Seehausen ( ht ). " Ich bedauere die entstandenen Irritationen und die Umstände, die wir für die Familie verursacht haben. Ich habe diesen Sachverhalt mit meinen Mitarbeitern bereits entsprechend ausgewertet, damit so etwas nicht wieder passiert. " Diese Erklärung gab gestern Wilfried Raup, Leiter der Arge Stendal, in einer Pressemitteilung. Raup reagierte damit auf die Volksstimme-Recherche und den gestrigen Volksstimme-Artikel über die Verweigerung des einmaligen Schulzuschusses für zwei behinderte Kinder einer Seehäuser Familie, die eine Förderschule besuchen. Jeweils 100 Euro stehen den Kindern, die in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft leben, einmalig zum 1. August zu. Die Arge-Geschäftsstelle in Osterburg hatte diesen Zuschuss nicht gezahlt. Unter anderem mit der Begründung, dass der Schulbedarf für Förderschüler derart gering sei, dass er aus den Regelleistungen gedeckt werden könne. Zudem meinten die Arge-Mitarbeiter, dass die Förderschule keine allgemeinbildende Schule sei. Eine Fehleinschätzung, wie Volksstimme-Recherchen ergaben. Gestern Morgen ist der Familie das Geld bar ausgezahlt worden.

Der Vater der Familie hält seine Strafanzeigen gegen die Arge aufrecht, erklärte er gestern. Auch die Politik reagiert. Die Stendaler Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert ( Linke ) kündigte an, eine kleine Anfrage an die Bundesregierung zu stellen, ob es auch in anderen Regionen Deutschlands Probleme bei der Auszahlung des einmaligen Schulzuschusses gab. Der Landtagsabgeordnete und Kreistagsmitglied Ralf Bergmann ( SPD ), in dessen Wahlbereich Osterburg liegt, will im Kreistag nachfragen, ob es sich wirklich um einen Einzelfall handelt, wie Arge-Geschäftsführer Raup gestern erklärte