Stendal. Premiere im Stendaler " Schwarzen Adler " : Am vergangenen Wochenende hat hier zum ersten Mal ein Seminar des Programms " Lions-Quest " unter dem Titel " Erwachsen werden " stattgefunden. 14 Teilnehmerinnen sind für drei Tage mit von der Partie gewesen. " Hörst du mir überhaupt zu ?", " Der dreibeinige Hocker des Selbstvertrauens " oder " Konflikte zu Hause " sind einige der Themen, die auf dem Seminarprogramm standen.

Referentin Kerstin Jenzweski aus Bad Langensalza arbeitet halbtags als Lehrerin, die andere Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringt sie im Dienste des Landes Thüringen als Lions-Quest-Trainerin. Sie erklärt : " Unsere Lehrer werden zwar fachlich bestens ausgebildet, leider kommt aber oft die Ausbildung zu sozialen Prozessen etwas zu kurz. Da setzt unser Angebot an. " Die Quest-Schulung ist als Weiterbildung in Sachsen-Anhalt anerkannt und kostet 165 Euro.

Hier allerdings ist an diesem Wochenende der Stendaler Lionsclub ins Spiel gekommen. Seminarleiter ist Jens Burckhardt, der Mitglied der Stendaler Lions ist. Er erklärt : " 165 Euro kostet die Teilnahme, wir haben aber 115 Euro davon übernommen. " 50 Euro also, die die Teilnehmerinnen selbst bezahlen mussten.

Die am weitesten gereiste Kursabsolventin ist Anne Zwilling aus Lübeck. Sie hat das Seminar gleich genutzt, um sich in Stendal umzuschauen. " Ich bin noch nie hier gewesen und wusste gar nicht, dass Stendal auch eine Hansestadt ist. " Der Grund für ihre Teilnahme an diesem für sie unbekannten Flecken in Deutschland : In Schleswig-Holstein sind die Quest-Seminare derart gefragt, dass es schwierig ist, einen Platz zu ergattern.

Jens Burckhardt ist aber optimistisch, dass die Weiterbildungsveranstaltungen für Pädagogen und Eltern dereinst auch in der Altmark eine feste Größe sein werden : " Es war eben das erste im Norden Sachsen-Anhalts, das muss sich erst einmal herumsprechen. " Er sagt : " Um genau zu sein, war ich schon erstaunt, dass die Interessenten weniger aus der Stadt Stendal selbst, sondern vielmehr aus dem Umland und auch aus der westlichen Altmark gekommen sind. " Die Begeisterung der Teilnehmerinnen dürfte dennoch die Diskussion bei den Lions über eine Fortsetzung des Programms in Stendal beflügeln.