Vor 1000 Jahren wurde die Burg Tangermünde erstmals erwähnt. Das wird gefeiert. Höhepunkt dieses Jubiläums wird der Umzug am Sonntag, 13. September, sein. Drei Kilometer lang, 1000 Jahre Stadtgeschichte in 15 Bildern. Im Christlichen Jugenddorf Billberge wird dafür seit Monaten gearbeitet. Die Vorbereitungen für das gigantische Schauspiel gehen in den Endspurt.

Billberge. Das historische Rathaus von Tangermünde steht in Billberge – natürlich nur im Kleinformat. Wobei klein in diesem Fall schon wieder untertrieben ist. Immerhin misst das Schmuckstück etwa drei Meter Höhe. Es ist aus Holz und Spanplatten detailgetreu nachgebaut worden, selbst das Storchennest auf ihm wurde nicht vergessen.

Schöpfer und Erbauer dieses beeindruckenden Miniaturrathauses sind Menschen, die auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt keine Beschäftigung fnden. Über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme haben sie für wenige Monate eine Aufgabe bekommen. Im Christlichen Jugenddorf ( CJD ) Billberge bauen sie seit Juni vergangenen Jahres die markantesten Gebäude der Kaiserstadt nach. Das Holz dafür wird maß- und passgerecht in der Tischlerwerkstatt des CJD von Lehrlingen und Meistern zugeschnitten – eine Zusammenarbeit mit Vorteilen.

Die schwierigsten und zugleich aufregendsten Monate liegen hinter Wolfgang Just, Heike Krause und Diana Leese. Sie waren von Anfang an dabei. Aus unglaublich vielen Fragezeichen zu Beginn, einem nicht vorhandenen Plan und den Wünschen der Stadt für den Festumzug sind beeindruckende Objekte entstanden.

Neben dem Rathaus haben die drei einen Nachbau der alten Elbbrücke, des Objektes der Schokoladenfabrik, der St. Stephanskirche und der Scherer-Orgel geschaffen. Außerdem haben sie ein altes Bierfass aufgearbeitet, Stadtplan und Stadtsilhouette gemalt, einen Galgen für das Bild der Grete Minde bezimmert, Schilder und Fahnenstangen gebaut. Kaiserfahne und die des Königreichs Westfalen sind ebenfalls für den Umzug in Billberge in Arbeit. Heidi Brisch malt sie auf Stoff und hat auch sonst ein Händchen für die vielen kleinen und großen Details.

Edeltraud Breddin und Beate Fenski verarbeiten für den großen Umzug hunderte Meter

Stoff, um elf Anhänger und Autos für den Umzug zu verpacken, Kleider, Kostüme, Hemdchen und Umhänge aus Sackleinen sowie Lumpen herzustellen. CJD-Einrichtungsleiter Hans-Ulrich Börnge sagt mit Stolz : " Diese Menschen hier haben Einmaliges produziert. Ein, Geht nicht !‘ gibt es für sie nicht. Das ist beeindruckend. " Mit ihrem Engagement hätten sie Nachhaltiges geschaffen, Kreativität bewiesen und viel Verantwortung übernommen. " Sie alle sind in diese Aufgabe hineingewachsen und waren absolut zuverlässig. " Börnge bezeichnet diese Maßnahmen als welche " mit ganz niedrigem Krankenstand. "

Mit der Montage der sehenswerten Nachbauten auf die Festwagen ist die Arbeit der Frauen nicht beendet. Sie werden zu viert am Umzug teilnehmen und die Elbbrücke begleiten.