Vor 15 Jahren begann die Arbeit der Frühförderstelle in Stendal. Bei einem Tag der offenen Tür im September wollen die vier Mitarbeiterinnen sich und ihre Arbeit den Besuchern vorstellen.

Stendal. Gäbe es da nicht doch noch das Büro ganz hinten, man könnte denken, man sei in einem Spielparadies. Hier, in einer ehemaligen Wohnung im Hochparterre rechts, Dr .-Gustav-Nachtigal-Straße 5, befndet sich die Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Osterburg für die Altkreise Stendal und Havelberg. Und in den Räumen und Regalen reihen sich Spiele in einer Vielfalt aneinander, wie man sie sonst nur aus dem Kaufhaus kennt. Aber bei diesen Spielen geht es nicht um Zeitvertreib, sondern um Therapie. Denn hierher kommen Eltern mit Kindern im Alter bis sechs Jahre, deren Entwicklung verzögert ist. Diese Verzögerungen sollen möglichst früh erkannt und möglichst bis zur Einschulung gebannt sein. Auch Kinder, die behindert oder von Behinderung bedroht sind, werden individuell betreut und in Motorik, Sprache, Konzentrationsfähigkeit und sozialem Verhalten trainiert.

Dafür sind vier Frauen vor Ort oder auch zu den Familien unterwegs, um sich mit den Kindern und ihren Eltern zu treffen, die Defzite zu erkennen und einen heilpädagogischen Förderplan auszuarbeiten. Heidrun Braumann und Elvira Meinecke sind Sozialpädagoginnen, Denise Schulze ist Ergotherapeutin und Kathrin Scherff ist Rehapädagogin. Diese vier kennen sich aus mit ADHS, Sprach- und motorischen Störungen und auch Autismus. " Für jeden Problembereich gibt es entsprechende Programme, die wir anwenden ", sagt Elvira Meinecke. Die Therapie dauert unterschiedlich lang : " Je nach Entwicklungsstand des Kindes kann das ein Jahr gehen oder auch fünf. "

Die Begleitung durch die Frühförderstelle, die kostenlos ist, steht jedoch nicht allein. Meist bekommen die Kinder noch Physiotherapie oder gehen zum Logopäden. Der Kontakt zu Ärzten und Therapeuten ist für einen Erfolg unabdingbar. " Ganz wichtig ist natürlich auch die Mitarbeit der Eltern ", sagt Denise Schulze. " Nur wenn sie die Förderung zu Hause fortsetzen, können die ein bis zwei Stunden pro Woche bei uns erfolgreich sein. " Und Elvira Meinecke ergänzt : " Wir geben hier die Anregung, die Umsetzung liegt dann ganz stark an den Eltern. "

Wer sich von dem Angebot der Frühförderstelle angesprochen fühlt, kann sich am 23. September ab 14 Uhr beim Tag der offenen Tür ein Bild machen und mit den Mitarbeiterinnen ins Gespräch kommen.

Eine weitere Frühförderstelle befndet sich in Flessau.