Stendal. Neu geknüpft werden soll das Netz der Buslinien in Stendal. Wie Planungsamtsleiter Axel Achilles bei der Sitzung des Stadtplanungsausschusses informierte, liegt dazu jetzt ein Entwurf vor. Demnach sollen die Busse in Zukunft bis in die Innenstadt fahren. Am Winckelmannplatz soll dabei das sogenannte Rendezvous-System seine Stärken zeigen : Hier treffen alle vier Buslinien aufeinander, hier sollen die Fahrgäste innerhalb von höchstens fünf Minuten in jede andere Richtung umsteigen können. Ein weiterer wichtiger Umsteigepunkt ist der Bahnhof : Hier sollen nach dem Wunsch der Verwaltung Fahrgäste höchstens zwanzig Minuten auf einen Anschluss warten müssen. In der Innenstadt sollen die Busse mindestens im 30-Minuten-Takt fahren, am Stadtrand im 60-Minuten-Takt.

Ziel der Umstrukturierung : Der öffentliche Personennahverkehr soll attraktiver werden und die Innenstadt besser erschließen. Alle wichtigen öffentlichen Einrichtungen einschließlich der Schulen sollen an das Liniennetz angebunden werden, die Entfernung innerhalb des Stadtgebiets zur nächsten Haltestelle nicht mehr als 600 Meter betragen.

Da die Innenstadt Stendals für die bisherigen großen Busse zu eng ist, müssten neue Fahrzeuge ran. Sogenannte Midi-Busse mit acht bis zehn Metern Länge, ausgelegt für 15 bis 35 Fahrgäste. Einige Fragen hatten die Ausschussmitglieder dann aber doch : Ob denn der Winckelmannplatz als Rendezvous-Platz für Busse groß genug ist, ob denn wirklich neue Busse eingeführt werden müssen, ob denn die Midi-Busse für den Schülerverkehr überhaupt groß genug sind. Mit seinen Antworten vermochte Axel Achilles nicht alle zu überzeugen : Mit drei Ja-Stimmen von der Linkspartei, einer Gegenstimme von der CDU und fünf Enthaltungen wurde die Stadtverwaltung beauftragt, den Vorschlag an den Landkreis weiterzuleiten. Der nämlich schreibt den gesamten Busverkehr in der Region für die kommenden Jahre neu aus.