Einmal im Jahr müssen die Enten am Stadtsee enger zusammenrücken. Dann nämlich strömen die Bewohner der Umgebung auf die Wiesen, um ihr Fest zu feiern. Eine kurzweilige Mischung aus Musik, Show, Sport, Aktion und Trödel lockte am Wochenende wieder Hunderte Stendaler ins grüne Idyll.

Stendal. Die Letzten werden die Ersten sein – diese Volksweisheit hat sich beim Stadtseefest für die Läufer der Juri-Gagarin-Grundschule bewahrheitet. Lagen sie bei der Umrundung des Sees zu Beginn noch ganz hinten, beenden sie den Staffellauf schließlich bravourös : Als Erster aus einer der sechs gestarteten Mannschaften übertritt Benjamin Werle für das Gagarin-Team die Ziellinie. Dabei ist er gar kein so leidenschaftlicher Läufer. " Benjamin spielt lieber Handball ", sagt sein Sportlehrer Klaus Müller, der sich mit den Kindern über den Siegerund den Stadtseefest-Wanderpokal freut.

Und während der traditionelle Staffellauf also endet, nimmt das Stadtseefest erst richtig seinen Anfang. Denn nun ziehen Vereine, Organisationen und Händler die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, trödeln mit Büchern und Nippes, bieten Gaumenfreuden feil, laden zu kleinen sportlichen Wettbewerben, zum Mitmachen oder einfach nur Zuschauen ein.

Auf der Bühne, auf der am Abend zuvor noch die " Local Heroes " -Bewerber für krachig rockigen Sound sorgten, übernehmen am Nachmittag nun sanftere Töne das Unterhaltungszepter. Nicht wegzudenken aus dem Stadtsee-Programm ist der Jugendclub " Amicus ", der die Gäste diesmal mit einem amüsanten russischen Märchen verzaubert, Applaus sind dabei schon die einfallsreichen Kostüme wert.

An Einfallsreichtum mangelt es auch Sarah Kuthe, Lena-Sophie Oesemann und Lara Henriette Zimmermann nicht. Die drei Zwölfjährigen bereichern das Stadtseefest mit einer ganz besonderen Aktion : Sie suchten ganz im Stile der TV-Casting-Shows " Stendals next Topdog ". Da absolvieren Labrador, Yorkshire-Terrier, Pekinese und Boxer einen Parcours mit Slalom, Tunnel und Balancebrett, um bei der Jury Punkte zu sammeln. Eindruck machen dabei vor allem ein singender Cockerspaniel und ein Hund, der mit Frauchen tanzt. Als Preise für die Vierbeiner locken am Ende Futter, Kauknochen und andere Hundefreuden.

Das Stadtseefest als Amüsement also auch für tierische Bewohner. Und vielleicht lassen sich die verschreckten Enten beim nächsten Mal ja auch noch integrieren.