Seit über einem Jahr wird der Neubau für ein Alten- und Pfegeheim am Uppstall geplant. Der soll das Lutherstift der Johanniter am Sidenbüdel ergänzen. Auf Nachfrage erfuhr die Volksstimme jetzt, dass die Verhandlungen mit der Stadt um Fördergeld Ende August weitergehen. Die Planungen für den Neubau mit 90 Plätzen sind unterdessen längst fertig.

Stendal. Die Pläne zur Erweiterung des Lutherstifts durch einen Neubau stehen. Die Volksstimme hat nachgefragt, wann es mit dem Projekt weitergeht. Die Antwort von Oliver Teßmer, zuständig für Marketing und Vertrieb bei den Stendaler Johannitern, erklärt : " Bei großen Projekten sind die Verhandlungen natürlich in der Regel recht umfangreich. " So umfangreich, dass zahlreiche Beteiligte mit am Verhandlungstisch sitzen. Was das Projekt am Uppstall angeht, hatten die Urlaubspläne der Beteiligten die Gespräche unterbrochen. Teßmer : " Wir haben aber Ende August den nächsten Termin, dann sollte es vorangehen. " Der Johanniter betont, dass er mit der bisherigen Zusammenarbeit mit der Stadt Stendal in Sachen Neubau " sehr zufrieden " sei.

Gelder für Stadtumbau sollen hier f ießen

Gesprochen werden soll in zwei Wochen über das Geld. Denn ohne Förderung lässt sich das Millionenprojekt nur schwer stemmen. Die nötigen Mittel sollen dazu aus dem Topf des Stadtumbau-Programms f ießen.

Ansonsten ist das Vorhaben bereits in trockenen Tüchern : Vor etwas mehr als einem Jahr hatte der Bauherr – die Provenzialsächsische Genossenschaft des Johanniterordens – seine Ideen vorgelegt. Sein Ziel : Ein Neubau am südlichen Uppstall, mit dem das Lutherstift an der Ecke Sidenbüdel / Uppstall erweitert werden sollen. Hinweise und Wünsche öffentlicher Träger wurden seitdem eingearbeitet. Noch im Stadtentwicklungsausschuss des alten Stadtrats wurden die neuesten Planungen den Kommunalpolitikern vorgestellt. Oliver Teßmer : " An den Plänen hat sich auch nichts mehr geändert, die sind fertig. " Demnach wird sich am Uppstall eine untergliederte Fassade entlangziehen, die an die historische Kleinteiligkeit der Stendaler Altstadt erinnern soll. Daher sollen auch die First- und Traufhöhen der einzelnen Teile des Hauses in unterschiedlicher Höhe ausfallen.

Hinter dem Häuserriegel soll sich der Komplex zum Innenhof in Richtung Süden öffnen. Licht und Luft sollen hier in die beiden Etagen fallen, in denen die Senioren leben. Hinter dem Haus soll " eine sehr großzügige Grünf äche " angelegt werden, in die ein Sinnesgarten integriert werden soll.

In diesem Garten können sich die 90 Bewohner erholen : 50 von ihnen werden im Bereich für Menschen mit Pf egestufe im Obergeschoss leben, 40 im Erdgeschoss. Dieses ist für jene Senioren konzipiert, die ohne Pf egestufe auskommen. Laut Planungen wird es auch für Paare möglich sein, im Alter zusammenzubleiben. Dazu soll es Ein- und Zweiraumwohnungen mit Vorraum, Bad und Küchenecke geben.

Gang überspannt Straße im Dachgeschoss

Das Dachgeschoss soll im Wesentlichen nicht benutzt werden. Allein einige Räume für das Personal wird es hier geben.

Zudem wird es von hier ein Übergang zum Altbau geben. Der soll möglichst unauffällig sein und sich in das Bild der Altstadt einfügen. Durch ihn werden nicht zuletzt die Mahlzeiten transportiert – und zwar vom Neubau in den Altbau. Denn die Küche wird vom bisherigen Lutherstift ins neue Haus auf der anderen Straßenseite umziehen.