Zwei mutmaßliche Drogenhändler vor Gericht : Seit Freitag wird gegen sie verhandelt. Drei weitere Termine sind derzeit angesetzt, bei denen es unter anderem um den Transport von 1, 5 Tonnen Rauschgift geht.

Stendal. Um Rauschgiftschmuggel im großen Stil geht es seit Freitag vor der Großen Strafkammer I am Landgericht Stendal. Insgesamt 2367 Kilogramm Haschisch und 296 Kilogramm Marihuana sollen der Stendaler Sören K. ( 46 ) und Jörg B. ( 54 ) aus Lindhorst ( Ohrekreis ) als Angehörige der Speditionsbranche nach Skandinavien und Großbritannien für eine niederländische Rauschgifthändlerbande geschmuggelt haben. Unter Tarnladungen sollen die illegalen Drogen auf geleasten Lastwagen versteckt gewesen sein, die gesondert verfolgte Fahrer zu Zielorten in Dänemark, Schweden, Dänemark und England kutschierten.

Die Staatsanwaltschaft Stendal hat sieben Taten angeklagt, die von März bis Oktober 2007 passiert sein sollen. Je Tour, bei denen jeweils zwischen 150 Kilogramm und fast 1, 5 Tonnen Rauschgift – insgesamt nahezu 2, 4 Tonnen – geschmuggelt worden sein sollen, seien mindestens 6000 Euro als Entgelt gef ossen.

Insgesamt sollen K. 42 000 Euro und B. 14 000 Euroerhalten haben. Dazu sollen die Niederländer auch noch Maut, Leasing- und andere Gebühren für die Transporte übernommen haben.

Allein 3600 Euro seien laut Anklage monatlich an Lkw-Leasinggebühren fällig gewesen. Nachdem englische Zöllner den Schmuggel-Lkw vom Typ Mercedes Actros samt Auflieger und mit 1, 5 Tonnen Drogen an Bord im August 2007 beschlagnahmt und den Fahrer festgesetzt hatten, sollen die Angeklagten im September / Oktober 2007 einen zweiten Lkw mit 150 Kilogramm Haschisch zur letzten Tour nach Norwegen geschickt haben. K. soll zu den Drogenkurierfahrten sein Know How als Spediteur eingesetzt haben.

Der Hauptbeitrag von B. war laut Anklage die Transportlizenz aus der in Konkurs gegangenen Transportf rma seiner Ex-Frau. Seit Anfang März sitzen beide Angeklagte in Untersuchungshaft : K. in Burg und B. in Dessau. Bis zu 15 Jahre Gefängnis drohen als Höchststrafe, so die Staatsanwaltschaft. " Zum jetzigen Zeitpunkt sagt mein Mandant nichts ", hieß es gestern von Anwalt Horst Köhler, dem Verteidiger von K. Selbiges gelte für seinen Mandanten, so Anwalt Enrico Besecke, Verteidiger von B.

Bislang hat die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Simone Henze-von Staden bis Ende des Monats drei Fortsetzungstermine angesetzt. Der erste ist schon am Montag. Ob es weitere Termine geben wird, vermochte Gerichtssprecher Dr. Michael Steenbuck auf Anfrage der Volksstimme gestern nicht zu sagen. Wie von ihm weiter zu erfahren war, sind im Vorfeld zu diesem Prozess schon weitere Verfahren am Landgericht Stendal ausgeurteilt worden.