Stendal. Man sah die vertrauten Plakate mit ebenso vertrauten Namen : Vivaldi, Tschaikowski, Mozart, und freute sich auf das Gastspiel des Kammerorchesters der Jungen Philharmonie Köln. Dabei hatte man das Lied der Nachtigall im Ohr "… singt gute alte Lieder " und wurde am Freitagnachmittag im Konzertsaal der Katharinenkirche nicht enttäuscht. Mit jugendlich frischem Temperament spielten die sechs Musiker auf, begleiteten ihre ebenso junge und virtuose Solistin Natalja Sergeewa mit der Violine.

Antonio Vivaldi formte stilistisch die herkömmlichen Stilarten neu, experimentierte mit ihnen und schuf reizvolle Kompositionen. Die " Vier Jahreszeiten " setzen Naturereignisse in klangvolle Musik um. Der Hörer kann im Einzelnen die jeweils gestalteten Elemente der Jahreszeiten nachvollziehen. Der Solistin werden dabei virtuose technische Fertigkeiten abverlangt. Natalja Sergeewa beherrscht sie meisterhaft, lieferte sich musikalische Duelle mit dem Cellisten und fand immer wieder zurück in den Klang der Tuttimusiker. Peter Tschaikowskis " Elegie " trugen die Jungen Philharmoniker mit tief empfundener Stilsicherheit für die Lyrik des russischen Klassikers vor.

Der zweite Solist des Abends, Klarinettist Rafael Schwarzstein, stand seiner Kollegin an der Solovioline nicht nach. In vollendeter Virtuosität trug er Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur vor. Hier durfte der Solist immer wieder brillieren und den Klang seines Instrumentes in unterschiedlichsten Tonlagen vorführen, ohne dass das Selbstzweck wurde. Immer ordneten sich die Solopassagen dem inhaltlichen Ausdruck des Gesamtwerkes unter und verhalfen ihm so zu seinem hohen Ausstrahlungswert.

Lang anhaltender herzlicher Beifall dankte den Künstlern für ihren brillanten Vortrag.