Stendal. Gedenken an den heiligen Bartholomäus in der Stendaler Rats- und Bürgerkirche St. Marien : Der 24. August 1447 steht als Weihedatum für St. Marien im Geviert der Wölbung des Kirchenschiffs. Dieser 24. ist dem heiligen Bartholomäus gewidmet. Ihm galt in diesem Jahr zur Feier der Kirchweihe die Aufmerksamkeit des Glockenvereins. Die Abendveranstaltung in der Kirche beinhaltete gregorianische Improvisationen im Zusammenhang mit Lesungen aus Legenden und Bibelkapiteln um diesen Heiligen.

Der Berliner Spezialist für fernöstliche Musik, Thomas Ogger, stellte zwar fremdländisch klingende, aber doch nicht befremdende Melodien vor. Er folgte musikalisch Lebensabschnitten des heiligen Bartholomäus mit gregorianischen Improvisationen und Episoden auf dem Santur. Das Instrument gilt als der unmittelbare Vorfahre des Klaviers und ist in verschiedenen Versionen als Hackbrett, Schlagpsalter, Sandouri oder Cimbal weltweit verbreitet. Im Vorderen Orient beeinflusste das Instrument wesentlich die Klangfarbe der dort verbreiteten Musik.

Der zum Apostel erkorene Jesus-J ünger Bartholomäus fand in den Evangelien des Markus, Mathäus und Johannes im Neuen Testament namentliche Erwähnung im direkten Umfeld von Jesus Christus. Von ihm erhielt er Auftrag und Lebensinhalt : " Gehet hin und lehret Gottes Gnade !"

Legenden ranken sich seither um Leben und Sterben des Heiligen. Sie verkünden, in der Abendveranstaltung am Montag von Karola Jäger gelesen, die Belehrungsbemühungen im Kreis der Anbeter " falscher " Götter in Indien, von der Austreibung des Teufels nach entsprechender Beschwörung durch Bartholomäus aus Tempelbildern. Die " legenda aura " berichtet dann vom Martyrium des Apostels. Er erlitt Gleiches wie sein göttlicher Lehrmeister, wurde mit dem Kopf nach unten gekreuzigt, geschlagen und endlich erschlagen.

Abschließend ergänzte Lyrik des 10. und 13. Jahrhunderts aus Indien das Gedenken an St. Bartholomäus : " Wo immer Du bist, ist auch die Khaba meines Herzens. "

Die beiden Vortragenden gaben in Wort und Musik einen poetischen Einblick in Leben und Wirken des Mannes, unter dessen Obhut die Stendaler Rats- und Stadtkirche geweiht wurde. Mit herzlichem Applaus und Dankesworten von der Vorsitzenden des Glockenvereins, Bärbel Hornemann, ging der Abend zu Ende.