Mit zwei Vorstellungen startete Zirkus Krone gestern sein fünftägiges Gastspiel in Stendal. Das Jubiläumsprogramm zum hundertjährigen Bestehen des Münchner Unternehmens hinterließ ein begeistert jubelndes Premierenpublikum. Bis Dienstag haben die Stendaler noch zweimal täglich die Chance, Zirkus der Spitzenklasse zu genießen. Von Reinhard Opitz

Stendal. Hätte Krone nur die russisch-ukrainisch-weißrussische Trapeztruppe Borzovi im Programm gehabt – sie wäre den Zirkusbesuch wert gewesen. Den Zuschauern stockte spürbar der Atem, beim Klatschen klebten ihnen die Hände, als die sechs Männer und zwei Frauen wirbelnd und mit unglaublichem Tempo hoch über ihren Köpfen durch die Kuppel des riesigen Zeltes fogen. Dann ließen sie sich endlich ins Netz fallen, und der Erleichterung auf den Rängen folgte ohrenbetäubender Jubel.

Krones Jubiläumsprogramm erreicht mit den grandiosen Borzovi seinen f nalen Höhepunkt. Bis dahin sind drei Stunden voller Zirkuskunst der Spitzenklasse verfogen. Auch wenn die Truppe aus Russland bei vielen den bewegendsten Eindruck hinterlässt – jede einzelne Nummer ist ein Genuss für Zirkusfreunde. Shaolin und Kung Fu aus China, mit Rasanz und in verschwenderischer Farbenpracht serviert, der sensationelle Crazy Wilson auf dem rotierenden Todesrad, Star-Dompteur Martin Lacey mit seinen bedrohlich fauchenden Löwinnen und dem lieb schmusenden weißen König der Wildnis ... Man muss es sich ansehen.

Die Resonanz in Stendal ist laut Krone-Sprecherin Susanne Matzenau so groß, dass ein nächstes Gastspiel in drei oder vier Jahren fest eingeplant ist.