Die Private Grundschule " Altmark " kann das neue Schuljahr kaum erwarten. Es wird eine zusätzliche Klasse geben. Zudem erhält die Bildungsstätte mit der Zweisprachigkeit eine neue Führung.

Stendal. Gundis Gebauer hatte gute Nachrichten. " Ein Leistungseinbruch war bei meinem Sohn Juri nicht zu bemerken. " Ihr Sprössling besucht seit einem Jahr das Gymnasium. Die Umstellung dorthin sei ihm wie den zehn anderen Kindern aus der Privaten Grundschule " Altmark " in Stendal an die weiterführende Schule wenn nicht leicht gefallen, so doch erleichtert worden. Erleichtert, weil man sie auf das Leben nach den ersten Jahren gezielt vorbereitet hat. Sie, das waren Schüler des ersten Abgängerjahrgangs dieser nichtstaatlichen Einrichtung nach deren Gründung im Sommer 2004. Vieles von dem, was zur Einschulung Juris die junge Mutter überzeugt hatte, trat dann auch ein. " Wie hier die Kinder das Lernen erlernen, ist schon beeindruckend. "

Manfred Zimmer hört das gern ; er ist der Gründer dieser privaten Grundschule. Hier werden die Kinder von der 1. Klasse an mit einer zweiten Sprache konfrontiert, deshalb legt Zimmer mehr die Betonung auf den zweiten Nachnamen seiner Schule als " bilingual " – zweisprachig – als auf " privat "; und in diesem Fall auf Englisch. " Das kann schon mal abschrecken, wenn die Leute sehen, wir sind eine Privatschule ", sagt Zimmer. Und so dazu führen, dass landläufg die Leute davorstehen und denken mögen, hier würden die zuvorderst f - nanziell Bessergestellten der Gesellschaft mittels ihres Geldbeutels den Abstand zwischen sich und anderen vergrößern.

Gundis Gebauer ist mit ihrer Familie das Gegenargument. Auch Mitja, der zweite Sohn der Hospiz-Krankenschwester, geht jetzt bei Zimmer ein und aus und lernt für das Lernen. Zwar kostet sie der Schulbesuch ihres Kindes 160 Euro monatlich. Nur ist das wesentlich weniger als der gefühlte Wert, der durch das Land geistert. " Wir müssen immer wieder hören, dass hier ja nur die Reichen herkämen. Nur kommen zu uns auch Kinder von Arbeitslosen oder vermeintlich normalen Menschen ", berichtet Andy Zimmer, Geschäftsführer der Schule und Juniorchef des privaten Bildungsunternehmens.

Gundis Gebauer jedenfalls schätzt die Vorteile dort. So kommt es, dass die Erstklässler hier bereits neun Stunden wöchentlich die Weltsprache Nummer 1 verinnerlichen, in der 3. Klasse sind es elf Stunden Englisch. Bis zur 4. Klasse dehnt sich das auf 14 Stunden aus. An staatlichen Bildungsstätten kommen die Kinder kaum auf diese Spitzenwerte. In dritten Klassen sind es durchscnittlich zwei Wochenstunden der Fremdsprache.

In diesem Jahr bekommt die Zimmer-Privatschule Zuwachs. Eine weitere Klasse mit 20 Schülern wird das Kontingent auf insgesamt zehn erweitern. " Dann kommen wir auf ungefähr 185 Schüler hier ", berichtet Manfred Zimmer. Man habe dann, sagt er weiter, den Endzustand so gut wie erreicht. Der läge bei 200 Kindern.

Diesen steht mit Beginn des neuen Schuljahres ein neues Führungsduo vor. Antje Kopp wurde zur neuen Schulleiterin befördert ; ihre langjährige Mitstreiterin Birgit Richter ist die neuernannte Stellvertreterin Kopps. " Wir haben die Teamarbeit hier zusammen gut vorangetrieben ", sagt Antje Kopp, und Birgit Richter ergänzt, dass sie sich mit ihrer Kollegin gut ergänze. " So verschieden wie wir sind. " Beide stehen den insgesamt 15 Lehrkräften und fünf weiteren pädagogischen Mitarbeitern der Schule von nun an vor. Auf ein Urteil über seine Schule ist Manfred Zimmer ein klein bisschen stolz. " Man hat uns von Gymnasien bescheinigt, dass die soziale Kompetenz unserer Abgänger besonders gut ausgebildet ist. " Ein größeres Lob kann er sich für sein Team kaum vorstellen.