Stendal ( ro ). Der Titel der Architekturausstellung, die gestern Nachmittag in der Wandelhalle des Stadthauses in der Marienkirchstraße eröffnet wurde, darf auch als Aufforderung an Stadtverwaltung und Bauherren in Stendal verstanden werden : " Mut zur Lücke !" Das machten Vertreter der Initiatoren, der Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Prof. Ralf Niebergall, und Stadtwandel-Vorsitzender Lutz Schwarzbrunn in ihren Eröffnungsreden deutlich.

" Mut zur Lücke !" zeigt Entwürfe eines vom Bauministerium f nanzierten Architekturwettbewerbs für Lückenbauten in vier historischen Innenstädten, an dem sich 44 Architekturbüros beteiligt hatten. Zu sehen sind meist kompromisslos moderne Lösungen für Baulücken in Haldensleben, Naumburg, Quedlinburg und Jessen / Elster. Es sei " oft erstaunlich " gewesen, so Kammerpräsident Niebergall, dass die Projekte von der oberen Denkmalbehörde durchweg positiv beurteilt worden seien.

Stendal war in diesem Modellwettbewerb nicht vertreten, doch das soll sich nach den Worten von Oberbürgermeister Klaus Schmotz bei einer künftigen Neuauf age ändern. Der Verein Stadtwandel hat der Ausstellung schon mal interessante Entwürfe von zwei hiesigen Architekturbüros für die Karlstraße 16 beigefügt, wo gerade eine Lücke gerissen wird.