Klaus-Peter Schwark ist über 50 und tanzt gern. Er ist einer von 38 behinderten Menschen, die am Projekt " Aktiv ins Alter " teilnehmen. Initiiert wurde es vom Verein " Lebenshilfe für behinderte Menschen, Region Stendal ". Vielfältige Zusatzangebote sollen dem schnellen Alterungsprozess bei Behinderten entgegenwirken.

Tangerhütte. " Bei behinderten Menschen beginnen Abbauprozesse früher als normal, um diesen entgegenzuwirken, wollen wir über 50-Jährige aktiv fördern ", sagt Sigrun Rögener-Kage, Leiterin des begleitenden Dienstes der Lebenshilfe-Werkstätten in Tangerhütte. Die Mitarbeiter der Einrichtung haben ganz verschiedene geistige oder körperliche Beeinträchtigungen und bekommen durch das Projekt " Aktiv ins Alter " Förderung mittel Nordic Walking, Entspannungstherapien zur Stressbewältigung, Gehirnjogging oder Bewegung und Tanz.

Einmal pro Woche treffen sie sich neben der täglichen Arbeit in den Werkstätten. " Wir haben im Vorfeld gezielt abgefragt, wer welche Interessen hat ", so Rögener-Kage. 26 Mitarbeiter der Tangerhütter Werkstätten und 12 Mitarbeiter des Hofgutes Uchtspringe und damit der Großteil der über 50-Jährigen beteiligen sich am Projekt. Sie haben unter anderem Spaß am Tanzen mit Sylvia Rogge.

Die Tanztherapeutin aus Stendal probiert mit ihren Schützlingen aus, was Spaß macht : Tücher beim Tanz zu werfen und wieder aufzufangen sorgt für die Schulung der Koordination, Kreistänze für das Gruppengefühl.

Das Tanzen fördert insgesamt den Muskelaufbau und den Gleichgewichtssinn. Auch beim Nordic Walking geht es um den gezielten Einsatz der Muskeln. Ingrid Holland leitet die Walking-Gruppe, die einmal pro Woche in Richtung Briest aufbricht. Durch dieses Training sollen Verspannungen verhindert und gelöst werden, die im Alter häufiger auftreten. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr ausgelegt und wird über Spendengelder finanziert. Mit einem Spendenaufruf hatte sich der Verein an Förderer und Freunde gewandt.

Seit Juli läuft das Projekt, erste Erfolge seien bereits spürbar, so Sigrun Rögener-Kage : " Unsere älteren Mitarbeiter sind motivierter, wenn sie unter sich etwas machen können, diese Erfahrung haben wir auch bei der Leichtmontage gemacht, wo Schwächere unter sich arbeiten können und sich dabei sehr wohl fühlen. "

Bereits zum Jahresende soll erste Bilanz gezogen werden, nach Ablauf des Projektjahres soll noch einmal geprüft werden, ob das Ganze auch länger umsetzbar ist. Zumindest die Anschaffungskosten für Gerätschaften wie Walkingstöcke fielen dann nicht noch einmal an. Die Lebenshilfe-Mitarbeiter freuen sich übrigens auch über weitere Unterstützung, ob finanziell oder durch Sachspenden. Weitere Informationen gibt es unter ( 0 39 35 ) 93 40 30 oder im Internet unter :

www.lebenshilfe-sdl.de