Berlin ( ddp ). Auch im höheren Alter gilt es, sich mit komplizierter Technik auseinander zu setzen. Denn oft bekommt man ohne Automat keine Fahrkarte mehr. Bestimmte Informationen gibt es nur noch im Internet. " Viele Geräte sind nicht besonders benutzerfreundlich ", sagt Sebastian Glende, Leiter der " Senior Research Group ", einer Forschungsgruppe zu seniorengerechter Technik an der Technischen Universität Berlin. Meist lassen sie sich aber trotzdem von Menschen jeden Alters nutzen.

Nicht immer seien winzige Tasten oder kleine Displays die Ursache dafür, dass sich Senioren zum Beispiel weigerten, ein Handy zu gebrauchen. " Viel häufiger ist es die Haltung ’Ach, das muss ich mir nicht antun’ ", berichtet der Diplom-Ingenieur. Doch damit beraubten sie sich in ihrem Alltag zahlreicher Möglichkeiten. Stehen keine Alternativen zur Verfügung, sollten sich ältere Menschen auch mit schlecht gestalteter Technik beschäftigen. " Zunächst gilt es, das Prinzip eines Geräts zu verstehen ", sagt Glende. Wie funktioniert etwa bei einem Handy das Zusammenspiel von Tastatur und Anzeige, wie die Menüführung ? Je nach Naturell und Vorlieben kann man sich dies selbst beibringen oder einen anderen Menschen um Hilfe bitten. Zu vielen Themen gibt es mittlerweile auch Ratgeberbücher oder Einführungskurse. Wie bei jeder ungewohnten Tätigkeit sollten Lernende nicht zu ungeduldig sein. Jeder Mensch müsse erst Erfahrungen mit einer neuen Technik sammeln und sollte auch mit Misserfolgen rechnen. " An den wenigsten Fehlern ist der Nutzer schuld ", sagt Glende, Mitarbeiter an einem Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Produktergonomie. Denn vielfach würden den Kunden schlechte Produkte zugemutet. An bestimmten Fahrkartenautomaten etwa verzweifeln Menschen jeden Alters. Langfristig helfe es allen, sich darüber beim zuständigen Unternehmen zu beschweren.