Stendal. " Bilder aus dem Schützengraben " zeigt die aktuelle Sonderausstellung im Winckelmann-Museum. Im verdunkelten Ausstellungsraum wird der Besucher hineinversetzt in den Soldatenalltag des ersten Weltkriegs an der Ostfront : Grabenkrieg, Leben im Unterstand, tägliche Lebensbedrohung sind selbst in den gezeichneten Feldpostkarten des Malermeisters F. Kastelan gegenwärtig. Er zeichnete besonders 1915 und 1916 für seine Frau und seinen Sohn Hansi diese Dokumente, die Biri Fay zur Verfügung stellte.

Museumsmitarbeiterin Yvonne Bichel führte die Besucher zur Vernissage durch die Räume. In Augenhöhe aufgehängt schweben die Originale vor den Betrachtern, die sich auch durch die Transskriptionen der Texte ein eigenes Bild von den Ereignissen damals machen können.

Liest man zwischen den Zeilen, so tritt die scheinbare Idylle des Unterstandlebens doch deutlich zurück, wenn der Autor an seine Lieben schreibt : " Hier gehen wir baden. Glücklicherweise schützen uns Wald und Dickicht vor Feindeinsicht. Sie ballern sonst sofort mit schwerer Artillerie in unser Grabensystem ".

Mit der Heimat verbanden die Feldpostkarten als Zeichen des Nochlebens. Eine ganze Organisation sorgte für diese Verbindung Front – Zuhause : 28 Millionen Feldpostkarten wechselten die Besitzer über 53 Feldpostämter 270 Feldpostexpeditionen und 417 Feldpoststationen, die die Grüße an die Zivilpost zur Verteilung weiterleiteten. Die Ausstellung ist noch bis Mitte Dezember im Winckelmann-Museum zu sehen.