Stendal. Wer von seinem Balkon im Elfgeschosser an der Dr .-Gustav-Nachtigal-Straße schaut, hat einen herrlichen Blick auf die turmreiche Silhouette Stendals. Vorausgesetzt, seine Wohnung hat einen Balkon. Die Ein-Raum-Wohnungen in der Hausnummer 1 nämlich verfügen nicht über einen solchen Austritt ins Freie. Dafür hatten sich die Erbauer des Hauses seinerzeit etwas Drolliges einfallen lassen : Jeweils eine halbe Treppe tiefer wurden vom Flur aus erreichbare Balkons angebaut, die diesen Wohnungen zugeordnet wurden.

Nun beklagen Bewohner des Hauses, dass einige dieser Balkons ständig verschlossen und nicht betretbar seien. Andere seien mit alten Wohnungstüren oder Platten verstellt oder total durch Taubendreck und Unrat verschmutzt.

WBGA : Zwischenlösung

Harald Schwerin, Kaufmännischer Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Altmark ( WBGA ), kennt das Problem. " Drei der Balkons sind wirklich nicht so, wie sie sein sollten ", sagt er auf Anfrage der Volksstimme. Die WBGA habe schon mehrmals den Taubendreck entfernt, vor allem in der 11. Etage. Der Balkon in der 10. Etage sei in der Tat voller Müll. Und der in der 9. sei mit alten Türen verstellt worden, um die Tauben abzuwehren. Schwerin : " Das ist nur eine Zwischenlösung, nicht der Endzustand. Wir kümmern uns um die drei Balkons. Statt der Türen planen wir, ein Netz zu spannen. "

Dass die Mieter über verschlossene Balkontüren klagen, kann Schwerin jedoch nicht verstehen. " Die Schlüssel für die Flurbalkons haben die Mieter der Ein-Raum-Wohnungen ", sagt er. " Und die sind eigentlich auch für Ordnung und Sauberkeit dort zuständig. "