Die Milchwerke Mittelelbe schreiben auch in der Krise an ihrer Erfolgsgeschichte weiter. Zurzeit werden 32 Millionen Euro in neue Produktionsanlagen investiert. Der CDUBundestagsabgeordnete Dr. Hans-Heinrich Jordan und sein Landtagskollege Hardy Peter Güssau sahen sich gestern auf der Baustelle um.

Stendal. Gewiss, der Absatz in den Dollarländern sei zurückgegangen. England, einer der größten Märkte der Milchwerke, sei ein wenig problematisch, breche aber nicht ein. Im kontinentalen EU-Raum laufe es sehr gut. " Wir kommen im Moment mit der Produktion kaum hinterher ", beschreibt Uwe Bedau, Geschäftsführer der Milchwerke Mittelelbe GmbH, den christdemokratischen Politikern die Lage des stark exportorientierten Milchverarbeiters mitten in der weltweiten Krise.

Auf dem Firmengelände zwischen Hohem Weg und Heerener Straße ist der Aufwärtstrend unübersehbar. An einem neuen, 43 Meter hoher Sprühturm wird emsig gearbeitet. Noch in dieser Woche soll die Produktion in der neuen Anlage anlaufen. In den Türmen, von denen die Milchwerke dann 14 haben werden, wird füssige Milch in Pulver verwandelt. Bereits seit Mai dieses Jahres läuft die neu erbaute Milchver- und -bearbeitungsanlage, die der Stendaler Firma erlaubt, ihren Rohstoff zu hundert Prozent selbst verarbeiten zu können. Und das auf dem neuesten technischen Stand. Teil drei der insgesamt 32 Millionen Euro umfassenden jüngsten Investition der Milchwerke soll Ende Oktober / Anfang November in Betrieb gehen. In der Anlage werden dann bestimmte Inhaltsstoffe aus der Molke gewonnen, aus der neue Nischenprodukte erzeugt werden sollen.

Uwe Bedau rechnet damit, dass sich der Umsatz des Stendaler Unternehmens mit den neuen Anlagen von knapp 100 auf 200 Millionen Euro verdoppeln wird. 42 neue Mitarbeiter – davon 15 Lehrlinge – wurden bereits eingestellt, so dass sich die Belegschaft auf zurzeit 310 erhöht hat. Hinzu kommen noch 50 bis 80 Leiharbeiter. Vor wenigen Tagen wurde der Lehrlingsjahrgang, ein Dutzend junge Leute, komplett übernommen.

Von Hans-Heinrich Jordan, im Bundestag Mitglied des Landwirtschaftsausschusses, auf die Milchpreisproblematik angesprochen, sagte Bedau, die Milchwerke würden auch nur den Durchschnittspreis des deutschen Marktes an die Bauern zahlen. Aufschläge gebe es bei hohem Eiweiß- und Fettgehalt, aber : " Das deckt die Misere nicht ab. " Für die Überproduktion macht Bedau vor allem die Subventionspolitik der vergangenen Jahre verantwortlich. Von Berlin wünsche er sich die Verabschiedung von dieser Politik und die Bereitstellung von Forschungsgeld.