Auf die Filiale der Kreissparkasse Stendal in Lüderitz ist gestern ein Überfall verübt worden. Der Täter erbeutete mehrere tausend Euro und konnte anschließend flüchten. Die Polizei fahndet nach dem Bankräuber.

Lüderitz / Stendal. Es war gegen 11. 50 Uhr, als gestern die Kassiererin den Alarmknopf drückte. Der Bankräuber hatte da gerade die Lüderitzer Sparkassen-Filiale fluchtartig verlassen. In seinen Händen befand sich das Geld. Acht Minuten später traf die Polizei ein und sperrte den Tatort mit mehreren Einsatzkräften ab. Sofort begannen die Beamten mit der Spurensicherung. Nach Angaben der Polizei sollen mehrere Tausend Euro im unteren zweistelligen Bereich erbeutet worden sein. Präziser wurde die Polizei nicht.

Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich um einen 30 bis 40 Jahre alten Einzeltäter. Er soll zunächst die Räume der Sparkasse wie ein ganz normaler Kunde betreten, dabei die Lage sondiert und ausgespäht haben. In der Sparkasse befand sich zu diesem Zeitpunkt nur die Kassierin.

Umgehend verließ der Mann die Niederlassung wieder, kam wenige Augenblicke später maskiert zurück und stellte eine unmissverständliche Forderung. Mit vorgestreckter Pistole schob er der Sparkassen-Angestellten unverzüglich einen Zettel zu, auf welchem er sich kurzfasste : " Kein Alarm ! Geld her !" Die Kassiererin folgte dieser Anweisung widerstandslos, übergab das Geld, das der Täter in einem roten Beutel verstaute. Dann flüchtete er. Kurz zuvor hatte eine Überwachungskamera um 11. 48 Uhr noch Aufnahmen des Räubers im Kassenbereich gemacht. Dass er mit einem Fahrrad davonfuhr, wollte die Polizei nicht bestätigen.

" Unser Personal wird auf solche Situationen in Schulungen vorbereitet ", erläuterte der Sicherheitsbeauftragte der Stendaler Sparkasse, Gerhard Ulrich, der Volksstimme. Seine Mitarbeiterin habe sich genau an diese Anweisungen gehalten und somit alles richtig gemacht, äußerte Ulrich.

Im weiten Umfeld der Lüderitzer Sparkassen-Filiale hatte die Polizei sämtliche Straßen und Kreuzungen unter ihrer Kontrolle. Auch ein Hubschrauber ist dabei eingesetzt worden, den Täter verfolgen zu und aufspüren können ; bis gestern Abend ohne Erfolg.

Zudem setzten die Beamten einen Fährtenhund ein. Lady, so der Name der Hündin, fand mehrere Spuren. Eine ganz heiße, die sofort zum Täter geführt hätte, war gestern allerdings noch nicht darunter.

Der zirka 1, 75 Meter große Mann mit schulterlangem Haar trug bei seinem Überfall ein dunkles Basecap, eine graue Hose und einen blauen Blouson. Insgesamt soll er nach Angaben der von ihm bedrohten Sparkassen-Angestellten einen ungepflegten Eindruck hinterlassen und ohne Akzent deutsch gesprochen haben.

Die Polizei bittet die Bevölkerung in der Sache um Mithilfe. Wer Angaben zum Täter oder den Tathergang machen kann, der melde sich telefonisch bei der Polizei in Stendal unter ( 0 39 31 ) 68 52 91.