In den vergangenen Wochen stand das Landesverwaltungsamt in der Kritik. Es dauere zu lang, bis die Mittel aus dem Konjunkturpaket in den Kommunen ankommen, so der Vorwurf. Jetzt die erlösende Nachricht aus dem Amt : 149 Einzelmaßnahmen, davon 17 im Landkreis Stendal, können in Angriff genommen werden. Unverzüglich, schreibt das Amt. Noch in den Sommerferien, sagt der Stendaler Landrat.

Stendal. Es dauere viel zu lange, bis das Geld aus dem Konjunkturpaket in den Kommunen ankomme, um dort die Wirtschaft anzukurbeln. So die Kritik der Bürgermeister und Oberbürgermeister der großen, kreisangehörigen Städte während der Arbeitsgruppensitzung in der vergangenen Woche in Stendal ( die Volkstimme berichtete ).

Wie aufs Stichwort kommt nun die Mitteilung aus dem Landesverwaltungsamt : 182 Projekte, für die eine Förderung über das Konjunkturpaket beantragt wurde, seien zu bewerten gewesen. 149 wären positiv bewertet worden. " Damit können diese Projekte unverzüglich in Angriff genommen werden ", lässt das Amt in einer Pressemitteilung wissen. Klingt, als würden morgen auf rund 150 Konjunkturpaket-geförderten Baustellen im Land die Hämmer geschwungen.

Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus, als die verlockende Vision. Grünes Licht aus dem Landesverwaltungsamt für geförderte Baumaßmahnen zu bekommen, heißt zuerst mal, solche ausschreiben zu dürfen. Klartext : Die Stendaler Kreisverwaltung kann jetzt beginnen, Angebote von Firmen einzuholen, aus denen dann im Zuge der Leistungsvergabe jene ausgewählt werden, die besagte Vorhaben umsetzen.

" Damit haben wir bereits begonnen ", sagte Landrat Jörg Hellmuth gestern im Gespräch mit der Volksstimme. Die Kreisverwaltung bekam am Dienstag die Information der Hallenser Behörde, dass unter den landesweit 149 Einzelmaßnahmen auch 17 im Landkreis Stendal im Gesamtumfang von 5, 3 Millionen Euro sind.

2, 4 Millionen jetzt,

der Rest 2010

Seit der Sitzung des Stendaler Kreistags im April steht fest, wohin das Gros des Geldes aus dem Konjunkturpaket f ießen soll – in Schulen. Sechs Schulen wurden damals benannt. Die Verwaltung hatte also die Zeit, all das ausschreibungsreif vorzubereiten und hat das auch getan, wie Landrat Hellmuth versichert. Eine beschränkte Ausschreibung sei erfolgt. Zwei Effekte werden mit dieser Art der Auftragsvergabe erzielt : Die Aufträge bleiben in der Region, bringen Firmen hier Arbeit. Und von Ausschreibung bis Auftragsvergabe müssen nicht mehr als zwei, drei Wochen vergehen. Das wiederum sichert, dass die Sanierungen in den Schulen doch noch in den Sommerferien anlaufen können.

Dazu Jörg Hellmuth gestern : " Wir werden in diesem Jahr Maßnahmen im Umfang von 2, 4 Millionen Euro in Angriff nehmen und im kommenden Jahr den Rest. " Konkret gehe es um die Stendaler Komarowschule, Neue Fenster wird das Schulgebäude während der Sommerferien bekommen ( 200 000 Euro ).

Ebenfalls zur Ferienbaustelle wird die Tangerhütter Wilhelm-Wundt-Schule, in der Fenster und Türen teilweise erneuert und der Anbau wärmegedämmt werden soll ( 150 000 Euro ).

Die gleiche Summe steht jetzt für die Goldbecker Sekundarschule zur Verfügung, in der ein zusätzlicher Raum geschaffen werden soll.

Etwas umfangreicher und daher wohl über das Ferienende hinausgehen werden die Sanierungen an der Tangermünder Brunsbergschule. Aula, Sporthalle und Treppenhaus sollen dort neue Fenster bekommen, das Dach wärmegedämmt und die erdberührenden Außenf ächen beheizter Räume saniert werden. 425 000 Euro sind dafür veranschlagt. Hinzu kommen weitere 120 000 Euro für die Gestaltung des Schulhofs.

Der Löwenanteil der Konjunktur-F ördermittel wird nach Osterburg f ießen. Knapp 1, 3 Millionen Euro werden es sein. 200 000 Euro für die Fenstersanierung im Haus A des dortigen Gymnasiums und die übrigen 1, 1 Millionen für die Sanierung des Zweigeschossers der ehemaligen Osterburger Außenstelle der Berufsbildenden Schulen Stendal, die mit dem Ende des vergangenen Schuljahrs geschlossen wurde.

" Anne Frank " kann

im März umziehen

Dadurch ergibt sich die Möglichkeit für die Osterburger Lernbehindertenschule " Anne Frank ", aus ihrem alten Domizil an der Bahnhofstraße in das Haus an der Düsedauer Straße umzuziehen. Bevor das geschehen kann, muss auch hier umfänglich saniert werden. Die Elektroanlage und die Heizung sind zu erneuern, Malerarbeiten werden sich anschließen, die obere Geschossdecke muss wärmegedämmt und der Schulhof für seine neuen Nutzer hergerichtet werden. " Das alles sind Arbeiten, mit denen wir im Herbst beginnen wollen ", so Landrat Hellmuth. Vorgesehen ist, die Schule bis zum Beginn des zweiten Schulhalbjahrs, also zum März 2010, bezugsfertig zu machen.

Bleiben von den 2, 4 Millionen Euro für dieses Jahres noch 70 000 Euro. Mit ihnen soll die Wischelandhalle in Seehausen eine neue Heizung bekommen.