Borstel ( ro ). Hans Roloff sorgte dafür, dass das Sommerfest des Borsteler Tierheims am Sonnabend nicht allein von unbeschwertem Frohsinn beherrscht wurde. Am Stand des Altmärkischen Tierschutzvereins, dem Träger des Tierheims, bot er den Besuchern geballte Informationen an, etwa über die Massentierhaltung und ihre Folgen. " Das ist in höchstem Maße unökologisch ", sagte Roloff im Gespräch mit der Volksstimme. So führe die Massentierhaltung zum Beispiel zu Monokulturen für Futter, etwa der Soja-Anbau in den USA. Soja sei ein sehr wertvolles Nahrungsmittel. Gehe es durch den Tiermagen, bliebe nur noch ein Achtel bis ein Siebtel der Energie übrig. Mit hohem Energieaufwand würde das Soja nach Europa geschifft, in Deutschland, Dänemark oder anderswo an Schweine verfüttert, deren Fleisch dann nach China exportiert werde, skizzierte der Tierschützer, der in der Bürgerinitiative Cobbel gegen eine dort geplante Schweinemastanlage kämpft, die globalen Transportwege. Roloff : " Ich nenne das ordinären Agrarkapitalismus. "

Auch das Tierheim mit seinen Finanz- und Kapazitätssorgen ist nicht ohne Probleme. Das sollten die zahlreichen Besucher des traditionellen Festes, das seit Anfang der 90 er Jahre gefeiert wird, am Sonnabend wahrnehmen, und doch einen unbeschwerten Tag in Familie und mit Tieren verbringen. So unterhielt der Hundeverein Borsteler Grund mit einer rasanten Agility-Show, Kakteenzüchter Klaus Kübrich zeigte Stachliges, Sybille Kruft vom Wahrburger Carneval Club verwandelte erwartungsvolle Kindergesichter in Prinzessinnen und Kater, der FC-Bayern-Fanclub hatte Torwand und Glücksrad aufgestellt, und auf einem Trödelmarkt konnte man Dinge anpreisen, die man nicht mehr braucht.

Tierheimleiter Dieter Lusznat freute sich auch, dass Hundepsychologin Nadine Liebert aus Magdeburg ihre Dienste anbot.