Drei Straßen im Landkreis können über das Konjunkturpaket in diesem Jahr saniert werden. Straßen in Tangerhütte, Havelberg und Arneburg, für deren Anwohner der Verkehrslärm auf maroden Fahrbahnbelägen zur Qual geworden ist. Mit 480 000 Euro sollen ihre Qualen, sprich die Geräuschpegel der Straßen, gemildert werden.

Stendal. Drei Straßen im Landkreis, über die der Verkehr bislang " brüllt ", sollen das " Flüstern " lernen – dem Konjunkturpaket und der Beschlussfreudigkeit des neuen Kreistags sei Dank. Letzterer gab am Dienstag grünes Licht für die Lärmsanierung eines Teils der Stendaler Straße in Arneburg, der Lindenstraße in Havelberg und der Breiten Straße in Tangerhütte.

480 000 Euro – rund 420 000 Euro davon sind Fördermittel aus dem Konjunkturpaket – liegen bereit. Ausgewählt werden mussten Straßen, an denen die Lärmbelastung durch den darüber hin wegrollenden Verkehr im Interesse der Anwohner dringend reduziert werden muss.

Unmittelbar vor Ostern war der Landkreis über diese Möglichkeit, lärmmindernde Maßnahmen an Straßen über das Konjunkturpaket gefördert zu bekommen, informiert worden. Binnen weniger Tage flatterten der Verwaltung 39 Anträge aus den Verwaltungsgemeinschaften des Landkreises auf den Tisch. Eindrucksvoller Beleg dafür, dass auf dieser Strecke manches im Landkreis im Argen liegt. Die Lärmsanierung besagter drei Straßen kann also nur einen Anfang darstellen.

Mit dem geringsten finanziellen Aufwand könnte die Breite Straße in Tangerhütte saniert werden. 140 000 Euro genügten, um das Großsteinpflaster einer der meistbefahrenen Durchgangsstraßen der Tangerstadt durch einen Asphaltbelag zu ersetzen. Doch die Entscheidung des Stadtrats dazu steht noch aus. Bislang gingen die Meinungen im alten Stadtrat ( am 7. Juni wurde auch in Tangerhütte ein neuer Rat gewählt ) weit auseinander. Fraktionsübergreifend wurde die Breite Straße von einigen Ratsmitgliedern als " völlig in Ordnung " oder " eine der schönsten Straßen der Stadt " bezeichnet, deren " bäuerlicher Charakter " erhalten werden sollte.

Allerdings ist Bürgermeister Gerhard Borstell völlig anderer Meinung und optimistisch, dass das Projekt so umgesetzt werden kann wie geplant. Borstell gestern gegenüber der Volksstimme : " Ich werde das Projekt dem Hauptausschuss heute Abend noch einmal vorstellen. Fakt ist, die Anwohner wollen die Sanierung, die auch dringend nötig ist. Vor allem im oberen Abschnitt der Straße ist der Zustand katastrophal. "

Ganz ähnlich sieht Petra Jonschkowski, Bauamtsleiterin im Rathaus von Havelberg die Situation in der dortigen Lindenstraße, für die 170 000 Euro zur Verfügung stünden. Auch sie ist eine Pflasterstraße, die von einem Kreuzungsbereich direkt in ein Wohngebiet führt. Bus-, Liefer- und überörtlicher Lkw-Verkehr holpern über das ausgefahrene und stellenweise stark geschädigte Pflaster. Auch wenn ihr Diskrepanzen wie im Tangerhütter Stadtrat fremd sind, kann und will die Bauamtsleiterin der Entscheidung des ebenfalls neugewählten Stadtrats nicht vorgreifen. Soviel dann aber doch : " Im Zuge der Sanierung möchten wir auch gleich die Straßenentwässerung in der Lindenstraße machen. "

Dritte im Bunde ist die Stadt Arneburg. Bürgermeister Lothar Riedinger ist froh, dass der am meisten geschädigte Teil der Stendaler Straße für ebenfalls 170 000 Euro saniert werden kann. Die massiven Beschwerden der Anwohner in der Vergangenheit könne er mehr als nachvollziehen, bei täglich 880 Lkw, die über die völlig marode, teils geflickte Bitumenfahrbahn donnern.