gab er den Besuchern einen Einblick in die Kultur der afrikanischen Ureinwohner. " Ihr große Leidenschaft war das Jagen und Sammeln ", erklärte Pfeifer. Dabei gab es jedoch eine strikte Aufgabenteilung. Die Männer liefen wilden Tieren hinterher, und die Frauen kümmerten sich um die Kräuter. Ausgestattet mit Pfeil und Bogen nahmen die Männer gewissenhaft ihre Aufgabe wahr. " Sie

Tangermünde. " Sie lebten bis vor 30 Jahren wie ihren Urahnen gehören zu den letzten Steinzeitvölkern ", sagt Werner Pfeifer. Der Freud des Tangermünder Arztes Dr. Ralf Kühn hielt kürzlich in der Tangermünde Salzkirche einen Vortrag über eine der ältesten Kulturen der Menschheit – die der Buschleute. Auf mehr als 1000 Fotos verständigten sich während der Jagd ganz ohne Worte, sondern gaben nur Zeichen zur Verständigung. Eine mit Zeigef nger und Daumen nachgestellte Pistole bedeutete soviel wie Nashorn. " Solche großen Tiere konnten die Buschmänner jedoch nur durch ein spezielles Gift erlegen, das sie den Tieren mit ihren Pfeilen verabreichen. " Wenn sie es getroffen hatten, dann gingen sie erst einmal nach Hause ", erzählte Pfeifer. Schließlich dauerte es einige Stunden, bei Nashörner auch einmal zwei Tage, bis das Tier starb. " Dann war es wichtig, dass die Menschen Fährten lesen konnten ", so der Experte. Wenn solch ein großes Tier zu weit vom nächsten Lager verendet war, verlegten die Buschleute kurzerhand ihr Lager, um die Beute an Ort und Stelle zu verarbeiten. " Gegessen wurde alles, auch die Innereien ", so Pfeifer. Gewürze in dem Sinne gab es nicht, höchstens ein paar Kräuter, die die Frauen gesammelt hatten. " Sie können mehr als 500 Pf anzen unterscheiden. Das ist manchmal mehr als ein Botaniker kennt ", so der Referent. Wasser tranken die Menschen zum Teil aus Pfützen oder aus Baumhöhlen. " Wir wären wahrscheinlich am nächsten Tag tot ", so Pfeifer.

Inzwischen hat sich das Leben der Buschleute jedoch geändert. Die westliche Kultur hat Einzug gehalten. Das war zunächst nicht nur ein Segen, da die alten Traditionen der Buschleute bedroht waren. Mit Unterstützung des Vereins Living Culture Namibia haben die Buschleute " lebende Museen " aufgebaut. Im Gegensatz zum Pauschaltourismus bezahlen die Gäste individuell für traditionelle Tänze, für eine Spielvorführung der Menschen oder aber auch für den Einblick in den Alltag der Buschleute. " Buschleute und Besucher treffen einander auf Augenhöhe ", sagte Pfeifer, der zusammen mit dem Tangermünder Dr. Ralf Kühn im Verein mitwirkt. Mehr als die Hälfte der Buschleute erzielt durch das Museum Einnahmen. Damit kann nicht nur die Familie versorgt und in die Bildung der Kinder investiert werden. Außerdem wird die Kultur der Buschleute erhalten.

Durch die Öffnung Namibias für den Tourismus gebe es noch viel Entwicklungsmöglichkeiten. Pfeifer und seine Mitstreiter wollen die Menschen in Nambia weiter unterstützen und so dazu beitragen, dass eine der ältesten Kulturen erhalten bleibt.