Die Stadt Osterburg will das Gebäude der ehemaligen Grundschule in der Burgstraße an den Landkreis übertragen. Osterburgs Stadträte haben dem Besitzwechsel zugestimmt. Die Entscheidung des Kreistags hingegen steht noch aus. Denn bei den Übernahmebedingungen – die Stadt Osterburg sieht sich bei Übernahme des Hauses durch den Kreis bei der Finanzierung von Modernisierungen und Umbauarbeiten nicht mehr im Boot – besteht für den Landkreis noch " Gesprächsbedarf ".

Osterburg. Die an der Burgstraße gelegene ehemalige Grundschule wird bereits seit längerer Zeit vom Markgraf-Albrecht-Gymnasium für Unterrichtszwecke genutzt. Diese Tatsache liefert auch den Grund für die von den Osterburger Stadtpolitikern in nichtöffentlicher Beratung abgesegneten Vorstellungen der Kommune, das Gebäude an den Landkreis zu übertragen.

Mit der Aufnahme der Gymnasiasten aus dem Bereich Seehausen ( das dortige Gymnasium war, wie im abgelaufenen Schulentwicklungsplan festgelegt, geschlossen worden ) vergrößerte sich der Platzbedarf des Osterburger Gymnasiums deutlich. Die Nachfrage nach Unterrichtsräumen kann im Haupt- sowie im Nebengebäude des eigentlichen Gymnasiums nicht gedeckt werden. Dies wird auch aus der vom Landkreis im April beschlossenen Schulentwicklungsplanung 2009 / 10 bis 2013 / 14 ersichtlich.

Aus dieser Situation heraus versuchte der Kreistag mit dem aktuellen Plan zur Entwicklung der ostaltmärkischen Schullandschaft, das Seehäuser Ex-Gymnasium in den Status einer Außenstelle des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums

Osterburg zu erheben.

Acht Räume für Kunst- und Musikunterricht

Der damit beabsichtigte Effekt : Zu den bislang nach Seehausen " ausgelagerten " 5. und 6. Gymnasiumsklassen, in denen die jüngsten Gymnasiasten aus der Region Seehausen unterrichtet werden, sollten die 7. und 8. Klasse mit den Gymnasiasten aus der Region kommen. Die Begründungen des Kreistags schienen stichhaltig : Eine deutliche Entspannung der Raumsituation im Osterburger Gymnasium ; wohnortnahe Beschulung der Gymnasiumsschüler aus Seehausen und Umgebung ; der Trend, dass Eltern aus der Region Seehausen ihre Kinder aufgrund der Raumsituation in Osterburg auf das Gymnasium in Wittenberge schicken, könnte gestoppt werden.

All das verfng im Landesverwaltungsamt nicht. Die vom Kreistag favorisierte Seehäuser Außenstelle des Osterburger Gymnasiums wird es nicht geben.

Einen Ausweg aus dem Dilemma bietet die ehemalige Grundschule in der Burgstraße. Das unweit vom Osterburger Gymnasium gelegene Gebäude könnte nach entsprechenden Modernisierungsarbeiten insgesamt acht Unterrichts- und einen Vorbereitungsraum beherbergen. Vorwiegend, so die Überlegungen im Gymnasium, sollten diese Räumlichkeiten für den Musik- und Kunstunterricht genutzt werden ( die Volksstimme berichtete ).

Bevor das Gebäude aber in dem gewünschten Maß vom Gymnasium in Beschlag genommen werden kann, sind Umbauarbeiten nötig. So ist zum Beispiel die Elektroanlage im Haus zu erneuern. Schallschutzmaßnahmen insbesondere in den für den Musikunterricht genutzten Räumen sind vorzunehmen.

Von einer Übertragung des Schulgebäudes und des auf dem angrenzenden Hof bef ndlichen Toilettenhauses an den Landkreis erhofft sich die Biesestadt neben der Stärkung des Gymnasiumsstandorts auch positive f nanzielle Auswirkungen auf den Geldbeutel der Kommune. So sieht sich die Stadt bei der Bezahlung der notwendigenModernisierungen ebenso außen vor wie bei den künftigen Bewirtschaftungskosten, sollten die von den Osterburger Kommunalpolitikern mit der Übergabe verknüpften Bedingungen in Stendal akzeptiert werden.

Mietvertrag für Kreis

keine Alternative

Danach sieht es derzeit nicht aus. Noch hat der Kreistag nicht darüber entschieden, ob die Immobilie wirklich aus den Händen der Stadt in die Trägerschaft des Landkreises übergeht, sagte der Osterburger Bürgermeister Hartmuth Raden auf Nachfrage der Volksstimme. So sei deshalb die Alternative denkbar, dass der Landkreis die Grundschule wie bisher mietet, sagte er.

Der Landkreis sei schon an einer Übernahme des Gebäudes interessiert, so Annemarie Theil, als 1. Beigeordnete des Stendaler Landrats in der Kreisverwaltung auch für den Bereich Schulen zuständig, gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. " Wir haben den Bedarf, und würden zusätzlich zu den bereits jetzt vom Gymnasium genutzen unteren Räumen gern auch in den Räumen der oberen Etage unterrichten. Da jedoch fehlt zurzeit noch der vorgeschriebene zweite Fluchtweg. Den müssten wir also schaffen, bevor in dieser Etage unterrichtet werden kann. Und wir investieren nun mal lieber in eine eigene Immobilie, als in eine, die wir wenn auch langfristig, gemietet haben. "

Zu welchen Konditionen diese Übernahme erfolgen soll, steht jedoch noch nicht fest. Theil auf diese Frage : " Da gibt es noch Gesprächsbedarf. Über bestimmte Vorstellungen des Osterbuger Stadtrats sind wir uns noch nicht einig. Ich gehe aber davon aus, das wir mit der Stadt einen Konsens f nden. "

Frühestens im September, wahrscheinlich aber eher während seiner Sitzung im Oktober, schätzt Annemarie Theil, wird der Kreistag einen entsprechenden Beschluss fassen. Die erforderlichen Umbauten und Sanierungen im dann zum Gymnasium gehörenden, ehemaligen Grundschulhaus sollen im kommenden Jahr erfolgen, zum Teil fnasnziert mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket.