Havelberg ( ge / ifr ). Am Montag der vergangenen Woche stiegen 14 junge Leute in Havelberg in ihre Paddelboote und brachen zu einer Tour auf, wie sie das Jugendzentrum " Elb-Havel-Winkel " in der Geschichte dieser ihrer Ferienfreizeiten noch nicht angeboten hatte. Der Jüngste 14 Jahre, der Älteste 27, machten sie sich auf den ( Wasser- ) Weg an die Ostsee. Zwei Wochen später können die Paddler aus Stendal, Seehausen, Kossebau und Orten des Altkreises Havelberg von sich behaupten, das Mammutprojekt mit Bravour gemeistert zu haben.

Auf der Havel paddelten sie das kürzeste Stück, denn die verließen sie unmittelbar nach der Schleuse nahe des Ausgangspunktes der Tour und befuhren die Elbe. Auf rund 100 Elbkilometern führte sie ihr Weg gen Norden. Weiter ging es den Elde- und den Störkanal hinab. Noch einmal 70 Kilometer zum " Warmpaddeln ". Die folgenden 20 Kilometer wurden zu den landschaftlich reizvollsten, aber auch kräftezehrendsten.

Urwüchsig war die Landschaft auf dem Streckenabschnitt zwischen Pinnower See und Warnow. Vier glasklare Seen Wasser wurden durchpaddelt, eine ehemalige Wassermühle umtragen, die Boote in nur knöcheltiefem Wasser getreidelt und durch schier undurchdringliches Schilf gelenkt. Trotz weiterer Hindernisse wie Sandbänken, umgestürzten Bäumen, Stromschnellen und dem Anpaddeln gegen eine starke Strömung sind sich die Wasserwanderer einig, an diesem Tag die schönste Etappe der zehntägigen Tour erlebt zu haben.

Die endete in der Hansestadt Rostock nach 310 gepaddelten Kilometern und einem eingeschobenen Ruhetag am Schweriner See samt Bundesgartenschau. Mit einem Besuch des Ostseebads Binz und der Störtebekerfestspiele in Ralswiek wurde die für diese Truppe bislang sportlichste Art, Ferien zu machen, belohnt.