Die Sommerschule der Hochschule hat gestern in Stendal begonnen. 21 junge Leute nutzen ihre Ferien dazu, ihre Deutschkenntnisse auszubauen. Neben dem Unterricht bei den Deutschdozenten Karin und Sibille Hoffmann stehen auch Ausfüge in die Umgebung, nach Magdeburg und in den Harz auf dem Programm.

Stendal. Die richtigen Artikel sind gefragt. " Die Dauer des Aufenthalts in SDL. " Richtig. Deutschdozentin Karin Hoffmann ist zufrieden mit der Antwort der Kaliningrader Studentin Swetlana. Die selbst allerdings nicht " Was ist, SDL ‘?", fragt sie. " Oh, das ist die Abkürzung für Stendal ", antwortet Karin Hoffmann, wirft den orangefarbenen Ball weiter zum Nächsten. Sie möchte wissen, welcher der richtige Artikel für das Wort " Postleitzahl " ist.

Dass ihr Gegenüber mit der Abkürzung " SDL " indes nichts anfangen kann, verwundert kaum. Sind die Teilnehmer der Sommerschule in Stendal doch erst am Abend zuvor angereist. Aus Russland, aus Tschechien, Litauen und Rumänien. Vornehmlich sind es junge Leute von der Partneruniversität in Kaliningrad : 17 von 21 studieren in der russischen Ostsee-Exklave.

Dass es bei der Sommerschule nicht allein darum geht, sprechen zu üben und Vokabeln zu büffeln, beweist ein Blick ins Programmheft : Neben dem Unterricht, der täglich von 9. 30 Uhr bis mittags oder nachmittags dauert, sind darin Ausfüge aufgelistet. Es gibt einen Stadtrundgang durch Stendal ebenso wie einen Besuch beim Literaturhilfswerk der Kaschade-Stiftung – die die Sommerschule ebenso unterstützt wie der Förderkreis der Hochschule –, es gibt einen Ausfug nach Tangermünde und ganztägige Exkursionen in den Harz und nach Magdeburg.

Prof. Dr. Fritz-René Grabau hatte einige Stunden vor Beginn der ersten Unterrichtsstunde mit der Artikel-Ü bung die jungen Leute im Namen der Hochschule begrüßt. Seine Aufforderung an sie : " Nutzen Sie die Zeit hier in Stendal und sprechen Sie so viel wie möglich Deutsch ! Untereinander und auch mit den Menschen, die Sie treffen. " Bestes Ergebnis der Sommerschule wäre, so der Wirtschaftswissenschaftler, wenn die Sommerschüler am Ende ihrer beiden Wochen Unterricht in deutscher Sprache zu träumen begännen. " Und wenn das nicht der Fall ist, dann kommen Sie eben im nächsten Jahr wieder ", so Grabau.

Damit der Lernerfolg möglichst hoch ist, setzt Karin Hoffmann auf ihr bewährtes Konzept : In zwei kleinen Gruppen, in die die Deutschschüler mit Hilfe eines kleinen Tests zuvor eingeteilt worden sind, soll es vor allem um die Sprachpraxis gehen. " Die Grammatik können sie nämlich auch zu Hause aus ihren Büchern lernen, das müssen wir hier nicht machen. " Seit zehn Jahren f nden die Sommerschulkurse unter der Leitung Hoffmanns statt. Sie wird in ihrem Ringen um die Fähigkeiten ihrer Schüler von Tochter Sibille Hoffmann unterstützt.

Das Interesse an den Sommerschulungen in Stendal ist übrigens, so Karin Hoffmann, seit Jahren konstant. Und wie Organisatorin Caroline Montwé verrät, hätten’s diesmal sogar ein paar mehr sein können. Einzig der Mangel an Unterkünften, die vom Preis her dem Budget der Stendaler Sommerschule entsprechen, habe das verhindert. Ansonsten hätten nämlich auch Polen das internationale Bild von Stendal für die kommenden beiden Wochen bereichert.