Wirtschaftskrise, Flaute, Sparzwang – lassen sich die Altmärker von dieser Stimmung den Urlaub vermiesen ? Eine Umfrage lässt das Gegenteil erkennen. Aber : Der Trend geht zum Urlaub in Deutschland.

Stendal. " Klar ist : Die Reisewirtschaft leidet. " Frank Lühe macht keine großen Umschweife, wenn er über die Situation seiner Branche redet. Der 57-J ährige ist seit der Wende mit dem " Reiseland " in diesem Metier, ein Überblick über das Buchungsverhalten der Reisewilligen fällt da nicht schwer.

Für die jetzige Saison gilt : " Die Leute gucken mehr nach dem Preis, vor allem Familien. Wir sehen ganz klar, dass die Menschen mit einem festen Budget zu uns in die Beratung kommen. " Und auch wenn sich an der Vielfalt der Reiseziele kaum etwas geändert hat, gewinne der Deutschland-Urlaub immer mehr an Bedeutung. " Es heißt ja oft, dass Urlaub im eigenen Land teurer sei als wegzufahren. Aber es gibt inzwischen viele gute und günstige Angebote. Und da reden wir nicht von verkommenen Absteigen. "

Auf den Urlaub verzichten wollen die Altmärker also keinesfalls. Und das Hauptargument fürs Verreisen ist immer noch : die Erholung. Und dafür brauchen die meisten Menschen auch die Sonne. " Viele wollen eine sonnensichere Geschichte ", sagt Frank Lühe. Deshalb seien nach wie vor All-inclusive-Angebote in südlichen Geflden beliebt : Türkei, Spanien und Griechenland machen das Rennen.

Reisen als Beruf

Bei so viel Sonnenbuchung auf dem Reisebüro-Schreibtisch kommt bei den Beratern sicher Fernweh auf ... " Unsere Mitarbeiter fahren regelmäßig zu Inforeisen, um Regionen kennenzulernen. Das ist richtig Stress. In einer Woche sind sie zum Beispiel auf ganz Mallorca unterwegs. Aber jeder einzelne von uns hat viel Spaß am Reisen ", sagt Frank Lühe.

Und wo fährt der Chef persönlich gern hin ? " Ein Lieblingsziel habe ich nicht. Dieses Jahr war ich in Mexiko. Aber ich verreise auch mal gern innerhalb Deutschlands. " Aber so ganz privat kann Lühe im Urlaub nicht bleiben. " Ich klinke mich dann mal aus der Familie aus und schaue mir das eine oder andere Hotel aus beruficher Sicht an. Diese persönlichen Eindrücke schätzen die Kunden natürlich. "

Apropos Kunde : Am einfachsten ist nicht unbedingt der, der nicht weiß, was er will. " Wer nur sagt ‚ Ich will mich entspannen ‘, kann ein ganz schön harter Knochen für unsere Mitarbeiterinnen sein ", sagt Lühe. Am Ende aber gehen auch die Unentschlossenen mindestens mit einem Stapel Kataloge nach Hause – und dem einen oder anderen Urlaubstraum.