Stendal. " Annie " heißt das Musical von Thomas Meehan und der Musik von Charles Strouse, das sich der Jugendclub des hiesigen Ensembles in Gemeinschaft mit der Musikerfabrik Frank Wedel und der Musik- und Kunstschule Stendal vorgenommen hat. Am Sonnabend ( 30. Mai ) war deshalb in Stendal von " Weltuntergang " überhaupt keine Rede, dafür aber viel positiver Gesprächsstoff gegeben, für den die 34 Aktiven vom Club auf der Bühne und die 11 Musiker der Band nach ihrer großartig gelungenen Premiere im Kleinen Haus vom Theater der Altmark reichlich sorgten.

" Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt " sagt ein antikes Sprichwort. Die monatelangen Proben des Embles hat sich gelohnt. Minutenlang war der Abschlussbeifall für ein gelungenes Ensemblespiel.

Jeder Einzelne, jede Darstellerin gaben dafür ihr Bestes, Alle waren mit vollem Eifer bei der Sache und gestalteten das Spiel zu einem ansehens- und hörenswerten Theaterereignis.

Die Geschichte vom Waisenkind Annie, das durch Zufall in den Tagen der Weltwirtschaftskrise der 30 er Jahre zum Dollarmilliardär Oliver Warbucks kommt, der ihr verspricht, ihre Eltern wiederzufinden, ist eingebettet in Intrigen um diese Elternsuche. Hat doch Warenbucks 50 000 Dollar Patengeld versprochen.

Viele kamen. Nur dem Bruder der weinseligen Heimchefin Miss Hannigan gelingt es fast, die Dollarspende einzuheimsen. Doch am Ende löst sich Alles in Wohlgefallen auf.

Nina Böttcher als Annie spielt, singt und tanzt jugendlich frisch, ansehenswert unbekümmert durch das Geschehen. Zusammen mit dem von ihr lieb gewonnenen Mr. Warbrucks ( Martin Quast ) tanzt sie ein fast klassisches Pas de deux, während dieser weltmännisch jovial auftretend die Szene beherrscht.

Eine genaue Charakterstudie einer vom Alltag angefressenen, mitunter verzweifelten Waisenheimchefin, die ihre Flucht in den Alkohol und ungezügelten Sex einerseits sowie kaltherziger Strenge ihren Waisenkindern gegenüber auslebt, gibt Sandra Winter ab.

Sie mögen beispielhaft für alle beteiligten des Ensembles stehen, die im Musicaltanz wie im szenischen Dialog, im Chorus oder Soloauftritt ihren Anteil zum Gelingen des Ganzen beitrugen. Der Spielleitung, Choreographie und Choreinstudierung von Robert Grzywotz merkte man die Erfahrung seiner früheren Erfolge mit den Ensembles der Stendaler Kunstplatte an. Die Gesangsausbildung durch Katrin Gratopp hat sich ausgezahlt.

Für alle, die zur Premiere keine Karte bekommen haben, hält das Ensemble weitere Vorstellungen am morgigen Donnerstag und übermorgen, Freitag, 5. Juni, bereit. Der Besuch dieses Musicals lohnt sich.