Wie geht es dem leukämiekranken Niclas ? Er hat die Knochenmarktransplantation überstanden, erholt sich in einer Spezialeinrichtung in Berlin. Um die Kosten für die Typisierungsaktion vor wenigen Monaten wieder einzuspielen, laufen am 21. Juni junge Fußballer in Niclas’ Alter auf dem Hölzchen auf – ebenso wie eine Genrationenauswahl der besten Spieler von Lok Stendal.

Stendal. Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollte im vergangenen Jahr nach einem Beitrag der Volksstimme nicht allein über die Altmark, sondern über ganz Sachsen-Anhalt : Der heute achtjährige Niclas Groth aus Stendal hatte in seinem Kampf gegen den Krebs einen Rückschlag erlitten. Nachdem ein Jahr zuvor der Junge die Leukämie besiegt zu haben schien, kam die Krankheit zurück. Eine Knochenmarkspende wurde notwendig. Eine großangelegte Typisierung von Menschen, die dazu bereit sind, wurde angeschoben.

Nach Monaten wurde

ein Spender gefunden

Doch was hat das alles gebracht, wie geht es Niclas heute ? Jörg Punzel, Großvater des Stendaler Schülers, erklärt : " Den Umständen entsprechend gut. " Zurzeit erholt sich sein achtjähriger Enkelsohn in Berlin von der Knochenmarktransplantation.

Nach monatelanger Suche war ein Spender aus Deutschland ausgewählt worden, bei dem acht von zehn für eine Transplantation wichtigen Merkmale übereinstimmen. Nicht der Idealfall aber eine Chance. Weitere Transplantationskandidaten hatte es in den USA gegeben.

Keine Frage aber auch, dass die Bereitschaft vieler Menschen, sich für eine mögliche Knochenmarktransplantation typisieren zu lassen, f nanziell zu Buche schlägt. Den potenziellen Spendern entstehen dafür keine Kosten, wohl aber den Organisationen, die die Typisierung tragen. So beispielsweise der Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg, die während der Untersuchungskampagne kurz vor der Jahreswende besonders aktiv war.

" Als wir gesehen haben, was für ein Erfolg daraufhin die Benefzveranstaltung, Stendal für Niclas ‘ im Januar war, waren wir uns einig, dass das eine Fortsetzung fnden muss ", erklärt Helmut Hirsch. Gut, dass Hans-Georg Moldenhauer vom Nordostdeutschen Fußballverband just seine Unterstützung angeboten hatte. Hirsch hat also Fußballer der Geburtsjahrgänge 1938 bis 1957 zusammengetrommelt, die dem Stendaler Fußball zu Erfolg verholfen haben. Sie werden an einem Benef ztag – Sonntag, dem 21. Juni – gegen den SV Oldies mit weiteren ehemaligen Fußballern aus ganz Sachsen-Anhalt ihr Können auf dem Fußballrasen des Stendaler Hölzchens beweisen.

Die Oldies werden mit Oldtimern vorgefahren

Dritter im Bunde der Organisatoren ist Ronald Schildknecht. Er hat zehn F-Jugend-Mannschaften zusammen- geholt, die an diesem Tag ein Kleinfeld-Turnier austragen wollen. Er erzählt : " Mein Sohn kennt Niclas aus der Schule. Und es erschien uns passend, den Benefztag auch mit Spielern im Alter von Niclas zu bestreiten. " Jörg Punzel erinnert sich an dessen Reaktion : " Er war begeistert, als er davon gehört hat :, Das ist ja cool !‘, hat er da im Krankenhauszimmer immer wieder gerufen. "

Geboten werden soll den Zuschauern indes an diesem Tag mehr als nur Sport. Für die Kinder ist den ganzen Tag über eine Hüpfburg aufgebaut. Und zwischen den Spielen werden Fußbälle versteigert, ebenso eine von der Kreissparkasse spendierte Kopie der Siegerschale des deutschen Fußballmeisters. Alle Erlöse daraus wie aus dem Getränke- und Würstchenverkauf und vom Kuchenbasar, der von Niclas’ Schule, der Stendaler Grundschule am Petrikirchhof, organisiert wurde, fießen in die Spendenkasse der Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt.

Dass an diesem Tag nicht allein Sportler und Verpf egungsverkäufer im Spiel sind, ist nicht zuletzt Jörg Punzel zu verdanken. Er hat nämlich bei Oldtimerfreunden aus der Altmark nachgefragt, ob sie denn vorbeischauen würden. Einige haben schon zugesagt. Am Ende rechnet Niclas’ Großvater mit 20 bis 25 historischen Fahrzeugen von der AWO bis zum F 9, die ab 14 Uhr gezeigt werden. Nicht nur das : Wenn es die Wetterbedingungen zulassen, dann werden mit den Oldtimern auch die Oldies – also Spitzenspieler der vergangenen Jahrzehnte aus Stendal und Sachsen-Anhalt – im Stadion stilgerecht vorgefahren.

Und Niclas ? Wenn es ihm in zwei Wochen gut geht, dann ist er vielleicht sogar auf der Tribüne der Veranstaltung unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Klaus Schmotz dabei.