Das Sommerfest des Winckelmann-Museums wurde am Sonnabend mit der Einweihung des neu gestalteten Museumsgartens eröffnet. Die Besucher waren von der Umsetzung dieser Idee begeistert. Sie soll nicht das letzte Projekt gewesen sein, das die Winckelmann-Gesellschaft in Stendal verwirklichen will. Das kündigte deren Präsident, Prof. Dr. Max Kunze, an.

Stendal. Dem Archäologen Prof. Max Kunze ist um den Nachwuchs seiner Zunft nicht bang. " Wir ziehen ihn uns selbst heran ", behauptete der Präsident der Winckelmann-Gesellschaft während der Eröffnung des Sommerfests im Winckelmann-Museum, wissend, dass er kurz darauf mit den Gästen – vor allem den jungen – im Museumsgarten den Beweis antreten würde.

Die Einweihung dieses neu gestalteten Gartens war einer der Höhepunkte des Festes. Ob das Trojanische Pferd, die antike Spielstraße, oder das üppiggrüne Labyrinth – alles wurde bestens angenommen.

Vor allem jedoch das jüngste " Kind " von Dr. Stephanie-Gerrit Bruer, Leiterin des Winckelmann-Museums, und Gurdrun Walinda, Chefin im dazugehörigen Kindermuseum, wird zum Besuchermagneten : das Archäologen-Camp. Graben wie die Profs mit allem, was dazugehört und unter Anleitung der Altertumsforscher. Nicht weniger wird den Kindern hier geboten. Geschichte im wahrsten Sinn des Wortes begreifen und auf diese Weise nachhaltig erfahren zu können, so die Idee, die hier wie im gesamten Kindermuseum verwirklicht wird. Sie schlägt nicht nur die Mädchen und Jungen – in den vergangenen drei Monaten waren es rund 4000 – in ihren Bann.

Manfred Cassani schaut dem achtjährigen Alexander Moß über die Schulter, als der, assistiert von seinem Opa, Scherben und Knochenfragmente aus dem Sand des Grabungsfelds pinselt. " Bei uns in München gibt es ja jede Menge Museen. Aber nicht in einem gibt es auch nur ansatzweise so etwas wie hier in Stendal. Das ist wohl einmalig. Ich bin restlos begeistert ", sprudelt es aus dem bayerischen Kaufmann, selbst von der Antike fasziniert und daher Mitglied der Stendaler Winckelmann-Gesellschaft.

Das Interesse an der Antike teilt der Münchner unter anderem mit Dr. Gerold Letko, Abteilungsleiter Kultur im Kultusministerium von Sachsen-Anhalt. Einer seiner Gründe, die Eröffnung dieses Fests zu besuchen, sei das hier gelebte " Musterbild bürgerschaftlichen Engagements ". Weil Projekte wie das Kindermuseum und der Museumsgarten Modellcharakter hätten, so Letko, würden sie vom Land unterstützt.

Worte, an die er mit Sicherheit erinnert werden wird, denn die Winckelmann-Gesellschaft möchte auch in Zukunft modellhafte Träume wahr werden lassen. Ein solcher ist das römische Caféhaus, das in den Museumsgarten gebaut werden könnte. Die Anregung für weitere Ideen kam von der Geschäftsführerin des Museumsverbands Sachsen-Anhalt, Susanne Kopp-Sievers. Mittel der modernen Kommunikation zu nutzen, um die Altersgruppe zwischen 16 und 35 neugierig aufs Museum zu machen. Warum nicht Filmchen über das Museum bei YouTube präsentieren oder eine Kurznachricht als 140-Zeichen-Mikro-Blog über Twitter ins Internet stellen ? Darüber werde die Winckelmann-Gesellschaft nachdenken, versprach Prof. Kunze.