Die Stendaler Stadtwerke senken zum 1. Oktober erneut die Gaspreise. Wie hoch die Senkungen auffallen, steht noch nicht fest. Zudem können in Zukunft auch Kleinabnehmer außerhalb der Stadt von den Stadtwerken ihr Gas beziehen.

Stendal. Die Stadtwerke Stendal ( SWS ) senken – wie bereits im Februar angedeutet – die Gaspreise zum dritten Mal in Folge. Nachdem der Preis für den Energieträger aus der Pipeline zum 1. Mai um acht Prozent gesunken war, werden nun die Tarife nochmals gesenkt. SWS-Geschäftsführer Thomas Bräuer erklärte gestern in einem Pressegespräch, dass man derzeit " noch mit spitzer Feder rechnet, wie hoch die Preissenkungen konkret ausfallen ".

Mit diesem Schritt treten die Stendaler Stadtwerke nicht zuletzt dem Eindruck entgegen, dass sie nur dann mit günstigen Preisen werben, wenn niemand das Gas wirklich braucht : im Sommer nämlich. Am 1. Oktober beginnt das in Fachkreisen sogenannte Gaswirtschaftsjahr – jenes Datum also, an dem zumeist die Heizungen spätestens auf Winterbetrieb eingestellt sind. Bis spätestens zu diesem Termin soll die Gaspreissenkung in Kraft treten. Und sie soll zumindest für ein Jahr gelten. Freilich ist damit noch nicht das Sparparadies für die Stendaler Gaskunden ausgebrochen : Liegt dieser Preis doch immer noch über den vorletzten Gaspreiserhöhungen im Sommer 2007. Und jene Zeiten, in denen man wie im Jahr 1999 gerade einmal ein Drittel des heutigen Preises für Gas auf den Tisch legen musste, scheinen endgültig passé.

Thomas Bräuer : " Dass die Preise sinken, hat natürlich ganz wesentlich mit den gesunkenen Weltmarktpreisen fürs Gas zu tun. " Die wiederum laut einem ungeschriebenen Gesetz an die Ölpreise gekoppelt sind. Diese wiederum waren seit Beginn der Wirtschaftskrise abgestürzt, steigen inzwischen aber wieder. Woher dann die Sicherheit für die Stendaler Stadtwerke, sich eine Preissenkung leisten zu können ? Thomas Bräuer erklärt : " Wir haben Verträge mit einem neuen Gaslieferanten abgeschlossen, die uns für die kommenden Monate Planungssicherheit bieten. "

Nichtsdestotrotz : Mittelfristig dürften die gesenkten Gaspreise eher einer Verschnaufpause als einer Trendwende entsprechen. Bräuer empfiehlt daher : " Nutzen Sie die Möglichkeiten, Energie zu sparen und effizient zu nutzen !" Zwar habe sein Unternehmen in den vergangenen Monaten deutlich mehr Anfragen nach einer energetischen Beratung verzeichnet – dennoch sei " das ein Prozess, und es gibt noch jede Menge Einsparpotenzial, das genutzt werden sollte ", so Bräuer. Eine Strategie, die erklärtermaßen nicht dem eigenen Geschäft den Gashahn zudrehen soll, sondern vielmehr für Kundenzufriedenheit sorgen soll. An der tut es angesichts der Preissteigerungen vergangener Jahre durchaus Not.

Übrigens : Ab Juli können auch Kunden außerhalb Stendals das Gas von den SWS beziehen.