Die Grand Dame Gisela May hat am Sonntag ihren 85. Geburtstag gefeiert. Zu den Gratulanten vor Ort gehörte auch Marten Krebs aus Sanne. Der 27-Jährige hatte die Brecht-Interpretin 2006 nach Sanne geholt.

Sanne. Marten Krebs ist ein großer Fan von Gisela May. Während einer Klassenfahrt hatte er die Chansonsängerin und Schauspielerin auf einer Lesung live erlebt. Krebs las ihre Biographie und war begeistert : " Ich dachte, diese Frau muss hier her. Sie hat etwas, das man nicht greifen kann. "

Der Sanner, der in Berlin Schauspiel studiert, wollte die Künstlerin für seine Benefiz-Veranstaltungsreihe " Lichtblick " gewinnen. Er setzte sich mit ihrer Agentur in Verbindung. Vier Tage später rief Gisela May persönlich an. Sie wollte den jungen Mann, der sich so für sie interessiert, kennen lernen. Marten Krebs hatte es geschafft : Er holte Gisela May in die Sanner Feldsteinkirche. Sie las aus ihrem Buch " Es wechseln die Zeiten " und sang. Für die damals 82-Jährige war der Auftritt in Sanne übrigens der erste Auftritt in einer Kirche. " Wir haben das Gestühl herausgenommen und Stühle besorgt, damit mehr Leute Platz in der Kirche finden. Zum Schluss waren es 140 Gäste ", erinnert sich Klaus Krebs, Vater von Marten Krebs.

Der Besuch der großen Dame hat in der Altmark Eindruck hinterlassen. " Die Zuschauer bekamen viel von ihr, auch wenn es nur ein Lächeln oder ein Händedruck war ", so Marten Krebs. Für den jungen Mann ist nicht nur die Erinnerung geblieben. Er und seine Familie haben noch immer Kontakt zu Gisela May.

Am Sonntag, ihrem 85. Geburtstag, war er als Gratulant vor Ort und nahm schöne Grüße aus der Altmark mit. Seit drei Jahren studiert er an einer Berliner Schauspielschule und profitiert von den Erfahrungen seines Vorbilds. " Sie beäugt mich kritisch ., ist an meinem Studium sehr interessiert ", berichtet er. 2007 nahm er an einer ihrer Meisterkurse teil. Auch Martens Eltern haben noch Kontakt zur Künstlerin. Mit einem selbstgebackenen Pflaumenkuchen besuchten die Sanner die " Lady des Chansons ". Zu Weihnachten erhielten sie von ihr eine Karte.

Ziel der Veranstaltungsreihe " Lichtblick ", die Marten Krebs 2004 ins Leben rief : " Kultur in die Kirchenmauern bringen, die Gemeinschaft der Menschen fördern und für einen guten Zweck einstehen. " 2004 trat der Chor der Tangermünder Stephanskirche auf. Ein Jahr später standen Bruna Wiechmann, die Staffelder Jagdhornbläser und der Arneburger Heimatchor in der Sanner Kirche. Der Erlös der Veranstaltungen ging an Unicef und " Kinder in Not ". Die May-Veranstaltung fand zugunsten des Weißen Rings statt. Wann es einen weiteren " Lichtblick " geben wird, kann Krebs nicht mit Bestimmtheit sagen. " Ich möchte gern wieder, Lichtblicke ‘ organisieren, auch weil mir mein Heimatort am Herzen liegt ", so der in Berlin lebende Schauspielstudent. Die Vorbereitungen auf den Studienabschluss lassen ihm derzeit aber keine Zeit dazu.