Stendal. Bleibt es bei den bisherigen Mehrheitsverhältnissen im Stendaler Stadtrat ? Bei den ersten Hochrechnungen sah es zumindest ganz danach aus : 45 Prozent für die CDU, 22 für die Linke, 17 für die SPD, 8 für die FDP und 3 für die Grünen. Zu diesem Zeitpunkt ( 20. 30 Uhr ) waren allerdings auch erst in drei Wahllokalen der Stadt und seiner Ortsteile die Stimmen ausgezählt. 31, 6 Prozent der 29 859 Wahlberechtigten waren demnach zur Urne gegangen.

Die genauen Ergebnisse standen jedoch erst weit nach Redaktionsschluss fest, da zunächst die Stimmzettel für die Europa- und die Kreistagswahl ausgezählt wurden. Im Stadthaus, wo Balken- und Tortendiagramme zur Stadtrats- und Gemeinderatswahl per Beamer auf eine Leinwand projiziert wurden, herrschte auch zweieinhalb Stunden nach Schließung der Wahllokale heimelige Ruhe.

Die meisten Kandidaten und ihre Parteifreunde hatten sich im Landratsamt versammelt, um die Hochrechnungen zu verfolgen, allein die SPD hatte sich in gemütlicher Runde in einer Kneipe versammelt.

Erst ganz zum Schluss machten sich die Wahlvorstände ans Auswerten der Stimmabgaben in den Stendaler Ortsteilen Borstel, Bindfelde, Jarchau, Staffelde / Arnim und Wahrburg, wo neue Ortschaftsräte gewählt wurden. Hierzu waren 2300 Wahlberechtigte aufgerufen.

Von der Möglichkeit, schon vorab per Briefwahl die Stimme abzugeben, hatten in Stendal etwa 1500 Menschen Gebrauch gemacht.

Im bisherigen Stadtrat stellten CDU und Linke die stärksten Fraktionen. Zur Wahl für das neue Gremium standen 97 Kandidaten auf dem Stimmzettel ( CDU 35, Linke 18, SPD 19, FDP 18, Grüne 1, Zentrum 4 und 2 Einzelbewerber ). Der jüngste wie auch der älteste Bewerber kommen aus den Reihen der SPD : Der Student Martin Hartmann ist Jahrgang 1985, der Pädagoge Fritz Lüsch ist 1934 geboren.

Der neue Stadtrat kommt am 6. Juli zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung zusammen.