Die 48 Sitze im neuen Kreistag sind vergeben, 18 davon an die CDU, die damit stärkste Fraktion bleibt. Wie bisher rangiert die Linkspartei auf Platz zwei. Neu im Kreistag und mit vier Sitzen dort vertreten sind die Landwirte.

Stendal. Auf den ersten Blick gibt es einige Parallelen zur Wahl 2004. Auch damals wurde die CDU von den Wählern zur stärksten Kraft im Kreistag bestimmt. Auch vor fünf Jahren war der Abstand zu den Linken komfortabel, und auch vor fünf Jahren mischten sich mehr als ein Drittel neue Gesichter unter die Kreistagsmitglieder.

Um genau zu sein, werden im Stendaler Kreistag der Legislaturperiode 2009 / 2014, der sich am 7. Juli konstituieren wird, 19 der 48 Plätze neu vergeben. Was auch heißt: Mit 29 "altgedienten" Kommunalpolitikern ist ein reicher Erfarungsschatz und sind genügend Ansprechpartner in allen Fraktionen vorhanden, die für die bisherige Kreistagspolitik Verantwortung tragen.

Die CDU kann auf die meisten Wiedergewählten zurückgreifen. Zwölf sind es in der nun 18 Mitglieder starken christdemokratischen Kreistagsfraktion. Das sind zwei Sitze weniger als bisher.

Ebensoviele Sitze büßt die Linkspartei ein, die neben acht erfahrenen drei neue Mitglieder in den Kreistag schickt.

Auch die SPD muss Federn lassen. Ein Sitz geht ihr verloren. Den Wählern der Sozialdemokratie darf man allerdings auch Mut zum Neuen zugestehen. Sie wählten vier neue Gesichter in die neunköpf ge Kreistagsfraktion.

Apropos neu: Stimmen und Kreistagssitze abgeben mussten all diese Parteien an ein Wählerbündnis, das erstmals und mit frischen Ideen in den Kreistag einzieht: Die "Landwirte für die Region". 11 256 Wählerstimmen brachten den Landwirten vier Kreistagssitze ein, ebensoviele wie sie die FDP innehaben wird, die ihre bislang dreiköpfege Fraktion dadurch um ein neues Mitglied bereichern darf.

Nicht mehr im Kreistag vertreten ist die Zentrumspartei. 0,4 Prozent, was 445 Wählerstimmen entspricht, konnten die vier Zentrumskandidaten auf sich vereinen, die meisten davon – 190 – Arno Felser. Viel zu wenige für die Chance, wieder in den Kreistag einzuziehen.

Am souveränsten nahm eine Frau diese Hürde. Dr. Helga Paschke (Die Linke) aus Klietz errang 4569 Stimmen, fast 400 mehr als sie der Zweite auf dieser Liste der Wählergunst bekam – Dr. Rudolf Opitz (CDU), Stadtoberhaupt von Tangermünde. Mit Nico Schulz aus Osterburg belegt ein weiterer CDU-Mann mit 4170 Stimmen den dritten Sympathie-Platz, gefolgt vom Tangerhütter Bürgermeister Gerhard Borstell (SPD) mit 3628 Stimmen und Katrin Kunert, Spitzenkandidatin der Linkspartei im Wahlbereich I, Stendal, die 3110 Stimmen auf sich vereint.

Am niedrigsten war die Schwelle der Tür in den Kreistag für Günter Bartels (Die Linke) aus Havelberg, dem 472 Stimmen reichten, um zum erhenamtlichen Kreispolitiker zu werden. Die Zahlen in Klammern hinter den Namen der porträtierten Kreistagsmitglieder geben die Stimmen an, mit denen sie gewählt wurden.

Wie es kommen kann, dass Bewerber mit weit mehr Stimmen nicht in den Kreistag einziehen, versucht der oben stehende Info-Kasten zu erklären. Die Sitzverteilung im Kreistag erfolgt nach dem sogenannten Hare/Niemeyer-Verfahren.