Stendal ( ri ). Arbeitsbesuch in Stendal : Landesjustizministerin Angela Kolb ( SPD ) ist gestern zu Besuch in der Altmark gewesen. Auf ihrem Programm stand neben einer Visite im Sozialgericht auch ein Abstecher in die Justizvollzugsanstalt der Hansestadt. Begleitet wurde sie neben anderen vom SPD-Bundestagsabgeordneten Marko Mühlstein und dem SPD-Landtags abgeordneten Ralf Bergmann.

Zwar ist die Unterbringung der Häftlinge in Stendal nicht so beengt wie in anderen Justizvollzugseinrichtungen – Ministerin Kolb lobte ausdrücklich die Einzelunterbringung in den Zellen –, auf der anderen Seite besteht gerade an der baulichen Substanz des Hauses Sanierungsbedarf. Die Summe von insgesamt rund 6, 5 Millionen Euro stand dabei beim gestrigen Arbeitsbesuch im Raum. In der Stendaler Einrichtung, die seit 2004 als Abteilung der Magdeburger Justizvollzugsanstalt f rmiert, gibt es 113 Plätze für Männer im offenen und geschlossenen Vollzug sowie in der Untersuchungshaft. Ralf Bergmann : " Wichtig ist, dass die Zukunft der Stendaler Einrichtung gesichert wird. " Nicht zuletzt deshalb, damit der Kontakt zwischen Häftlingen aus der Region und deren Familien nicht abreißt.

Was Wünsche zur Sanierung in Stendal angeht – wichtig sind derzeit insbesondere Dach, Fassade, Mauern und der Bereich für den offenen Vollzug –, gab sich Justizministerin Kolb jedoch bereits vor Besuch des Hauses zurückhaltend : " Das ist natürlich auch immer eine Frage der Kosten. " Und was Arbeiten an Strafanstalten angeht, sind die angesichts hoher Sicherheitsanforderungen in der Regel hoch. Ferner lassen sich nur die wenigsten Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten über das Konjunkturpaket abrechnen : Weder handelt es sich bei ihnen um reguläre Bildungseinrichtungen, noch steht die Energieeffzienz an erster Stelle. Zumindest gab die Justizministerin den Ausblick, nach dem Abschluss der laufenden Projekte beispielsweise an der Justizvollzugsanstalt in Dessau die Stendaler Anliegen " gründlich zu prüfen ".