Tangermünde. Der schönsten Kleingartenanlage im Landkreis Stendal blüht auch in diesem Jahr wieder ein Fest. Dafür sorgen der Kreisverband der Gartenfreunde und die Volksstimme mit ihrem Wettbewerb. Dass die Anlagen zu preisverdächtigen Schmuckstücken werden, dafür sorgen die mehr als 3400 Kleingärtner des Kreisverbands. Angelika und Eberhard Schulze sind zwei von ihnen.

In der Kleingartenanlage " Zur Erholung ", der größten von Tangermünde, haben sich Angelika und Eberhard Schulze ihren eigenen kleinen Rückzugsort geschaffen. Inmitten der 101 Kleingartensparten liegt ihr Idyll. 300 Quadratmeter groß, mit der Nummer 77 an der kleinen Gartenpforte, die sich im Asternweg bef ndet.

Eigentlich unterscheidet den Garten auf den ersten Blick nichts von denen links und rechts. Und doch gibt es da etwas, was ihn schon von Weitem sichtbar macht. " Den Fahnenmast hat mein Mann aufgestellt ", sagt Angelika Schulze und blickt an der langen Metallstange nach oben. Derzeit weht keine Fahne im Wind. " Dafür ist mein Mann zuständig ", sagt die Tangermünderin. Die Woche über arbeite der 56-Jährige auf Montage. Ist er am Wochenende da, gehe es ab in den Garten. Und dann werde auch die Flagge gehisst. Keine bestimmte, eben irgendeine. Angelika Schulze sucht in der Gartenlaube und f ndet fünf verschiedene Exemplare. Eine zeigt Rügen. " Ach ja, da fahren wir hin, wenn wir mal Urlaub machen ", verrät sie.

Doch die meiste Zeit verbringt das Ehepaar gern in seinem Garten. Früher, von etwa 1980 bis 1997, befand er sich an der Stendaler Straße. Danach pachteten sich die Schulzes dieses Land.

Noch ganz genau erinnert sich Angelika Schulze an die " Laube ", die damals im Garten stand. Es sei eine alte Kapitänskajüte gewesen. Der Vorbesitzer habe auf der Werft gearbeitet. Die Kajüte gibt es heute nicht mehr. Doch den langen Schlüssel und das Schloss dazu haben die Schulzes aufgehoben. Damit wird der Geräteschuppen abgeschlossen.

Da beide berufstätig sind, liegt die Gartenarbeit während der Woche in den Händen der 54-J ährigen. " Ich mache eigentlich fast alles. Nur den Rasen mäht mein Mann ", berichtet sie. Alles andere erledige sie Tag für Tag. Und gibt es im Garten mal nichts zu tun, sei es angenehm, " einfach mal die Ruhe zu genießen " und den Feierabend an frischer Luft zu verbringen.

Früher hatten die Schulzes außerhalb der Stadt einen Spargelacker und jede Menge Tomaten. Von der Massenproduktion ist heute in dem abwechslungsreichen Kleingarten nichts mehr zu sehen. " Das reicht für uns ", sagt Angelika Schulze. Und wachse doch einmal mehr, als gegessen werden kann, dann friere sie das Obst oder Gemüse ein. " Oder ich nehme es mit zur Arbeit. " Aus manchem Obst wird Marmelade gekocht. " Gleich hier im Garten mit einem Kocher ", verrät die zweifache Mutter.

Inzwischen hat auch ihr Sohn einen Garten in der selben Tangermünder Anlage nur wenige Parzellen von seinen Eltern entfernt. Familientreffen bei den Schulzes auf der gepfasterten Terrasse sind also keine Seltenheit. " Erst am Wochenende waren wieder alle hier ", erzählt die Tangermünderin. Mit alle meint sie Sohn und Tochter mit Familie, sodass letztendlich neun Personen im Kleingartenidyll zusammensaßen.

Früher gab es bei den Schulzes noch Kaninchen. Statt der Vierbeiner sind es heute die Fische im kleinen Gartenteich, um die sich Eberhard Schulze gern kümmert.

Für das Tangermünder Paar ist die kleine Parzelle am Rande der Stadt von Frühjahr bis Herbst eine willkommene Abwechslung – " jeden Tag mindestens für eine Stunde, am Wochenende oft bis in den Abend hinein. "