Stendal ( ge ). Für die 16-jährige Janine, ihren gleichaltrigen Klassenkameraden Torben und die anderen Jungen und Mädchen des Abgangsjahrgangs 2009 der Förderschule " Pestalozzi " war gestern der Tag, an dem Schulleiter Hartmut Paasche ihnen die Abschlusszeugnisse überreichte.

Feierlich ging es zu im Saal des Landratsamts. Eltern, Geschwister und Lehrer füllten die Reihen. Ganz vorn jene jungen Leute, denen die vielen guten Wünsche der Gäste galten. Schulleiter Paasche fasste in gereimte Sätze, was ihn und seine Kollegen bewegte. Von ein bisschen Abschiedswehmut war die Rede, vor allem aber von Stolz auf den gemeinsam doch recht erfolgreich zurückgelegten Weg. 30 junge Leute verabschiedete er, von denen 20 den Abschluss der Schule für Lernbehinderte erreichten. Vier von ihnen werden an die Sekundarschule wechseln, um dort den Hauptschulabschluss zu machen. Torben ist einer dieser vier. Er weiß um die Chance : " Ich will das packen und wenn es klappt, danach den Realschulabschluss machen ", sagt der junge Mann aus Belkau, der sich damit das Fundament für eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker legen möchte. Janine wird im kommenden Schuljahr ein berufsvorbereitendes Jahr absolvieren. Friseurin möchte sie werden und dann zur Bundeswehr gehen. " Das wäre mein Traum ", sagt sie.

Traumhaft auch das Ergebnis, mit dem die Pestalozzi-F örderschule gestern 18 Schüler der besonderen 10. Klasse entließ. Es waren die leistungsstärksten ihres Jahrgangs, die in dieser Klasse die Möglichkeit bekamen, den Hauptschulabschluss zu erlangen. " Das haben alle geschafft. Hundert Prozent – eine Quote, die wir nicht in jedem Jahr erreichen ", sagt Hartmut Paasche, der mit diesen Worten den Hut vor seinen – seit gestern ehemaligen – Schülern zieht.